int. Dackel-club gergweis e.V. int. rasse-jagd-gebrauchshunde-verband e.V.
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
Agility-Cup-Turnier
Region Nord
09.05.2026 15:00 Uhr - 10.05.2026 16:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier
Region West
16.05.2026 16:00 Uhr - 17.05.2026 16:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier
Region Mitte
17.05.2026 10:00 Uhr - 16:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier
Region West
30.05.2026 16:00 Uhr - 31.05.2026 16:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier
Region Nord
07.06.2026 08:00 Uhr - 16:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier
Region West
13.06.2026 15:00 Uhr - 14.06.2026 16:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier
Region Nord
13.06.2026 15:00 Uhr - 14.06.2026 16:00 Uhr
IRJGV-Baden-Württemberg-Siegerschau mit Vergabe des Auslands-CACIB
- für alle Rassehunde & "Tag des Hundes" für alle Mischlingshunde -
14.06.2026 10:00 Uhr - 15:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier
Region Nord
20.06.2026 15:00 Uhr - 21.06.2026 16:00 Uhr
Lustiges Hunderennen
50-Meter-Hunderennen + Fotoshooting + pfiffiges Hunderennen
21.06.2026 11:00 Uhr - 16:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier
Region West
28.06.2026 08:00 Uhr - 16:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier & NRW-Meisterschaft
Region West
11.07.2026 08:00 Uhr - 12.07.2026 16:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier
Region West
25.07.2026 16:00 Uhr - 26.07.2026 16:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier (Doppelturnier)
Region Mitte
08.08.2026 14:00 Uhr - 09.08.2026 15:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier
Region West
22.08.2026 17:00 Uhr - 23.08.2026 16:00 Uhr
Sommerfest
mit lustigem Hunderennen + Hundeolympiade + Fotoshooting
23.08.2026 11:00 Uhr - 16:00 Uhr
IRJGV-Nordsee-Siegerschau
- für alle Rassehunde & "Tag des Hundes" für alle Mischlingshunde -
29.08.2026 10:00 Uhr - 15:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier
Region Nord
29.08.2026 16:00 Uhr - 30.08.2026 16:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier
Region West
05.09.2026 15:00 Uhr - 06.09.2026 16:00 Uhr
Agility-Cup-Turnier
Region Nord
06.09.2026 08:00 Uhr - 16:00 Uhr
IRJGV-Grenzland-Siegerschau Niederlande - mit Vergabe des „Auslands-CACIB“
- für alle Rassehunde -
13.09.2026 10:00 Uhr - 15:00 Uhr
Agility-Richter- & LG-Beauftragten Arbeitskreis-Tagung
03.10.2026 11:30 Uhr - 15:00 Uhr
Deutsche Agility Meisterschaft
04.10.2026 08:00 Uhr - 16:00 Uhr
IRJGV-Euregio-Siegerschau - mit Vergabe des „Auslands-CACIB"
- für alle Rassehunde -
18.10.2026 10:00 Uhr - 15:00 Uhr
IRJGV-Südwestdeutschland-Siegerschau
- für alle Rassehunde & "Tag des Hundes" für alle Mischlingshunde -
25.10.2026 10:00 Uhr - 15:00 Uhr

Int. Dackelclub Gergweis e.V. (IDG e.V.)
Int. Rasse-Jagd-Gebrauchshunde Verband e.V. (IRJGV e.V.)

Hundetraining und Pflege: Alles für Ihren Hund

Im IDG e.V. & IRJGV e.V. dreht sich alles um Hundetraining, Pflege und Vereinsaktivitäten. Erfahren Sie, wie Sie mit den richtigen Tipps das Leben mit Ihrem Hund harmonisch und artgerecht gestalten können.

©Layout-IRJGV-e.V./Foto©shutterstock.com/Dora Zett

IRJGV-Baden-Württemberg-Siegerschau

mit Vergabe des Auslands-CACIB

NEU: ab sofort zusätzliche Klassen für die Bereiche Senioren & Kastraten

NEU: ab sofort zusätzliche Klassen für die Bereiche Senioren & Kastraten
 

Weitere Informationen zu den Neuerungen finden Sie unter der Rubrik “Aktuelles”: Rassehundeschauen-Sonderschauen - Was ist ab 2026 neu? - oder können Sie bei der Ausstellungsleitung erfragen. 

Nähere Veranstaltungsinformationen zur Rosensiegerschau selbst, sind in der Terminübersicht zu finden. 

Zum Artikel
Foto:©ClipDealer

Intensivpatienten

Unterstützende Ernährungsmaßnahmen

In der Humanmedizin ist der Nutzen ernährungstechnischer Unterstützung der Intensivpatienten seit vielen Jahren anerkannt, doch bis vor kurzem noch, ist deren Bedeutung in der Veterinärmedizin verkannt worden.

In der Humanmedizin ist der Nutzen ernährungstechnischer Unterstützung der Intensivpatienten seit vielen Jahren anerkannt, doch bis vor kurzem noch, ist deren Bedeutung in der Veterinärmedizin verkannt worden.

Ein mangelndes Verständnis für die geänderten Ernährungsbedürfnisse des Intensivpatienten und wie sie den Heilungsprozeß beeinflussen, kann allerdings zu Fehlernährung führen.
Die therapeutischen Vorteile einer unterstützenden Ernährungsmaßnahme für den gestreßten oder traumatisierten Patienten sind wohlbekannt und beeinflussen positiv:

  • Überlebensrate
  • Länge des Klinikaufenthalts
  • Komplikationen
     
  • Genesung
  • Wundheilung

Hungerzustand des gesunden Tieres
 

Wird einem gesunden Tier die bedarfsgerechte Nahrung verweigert, kommt es zu einer Reihe von Stoffwechselanpassungen die dazu dienen, die Blutglukosekonzentrationen aufrecht zu erhalten, fettfreies Körpergewebe zu bewahren und das Überleben zu sichern. Die Stoffwechselrate und somit die Energieverwertung und der Glukoseverbrauch werden gesenkt. Gewebereserven bestehend aus Glycogenen und Fettsäuren werden mobilisiert um Energie bereitzustellen. Außerdem werden Aminosäuren mobilisiert, anfänglich aus metabolisch-labilen Proteinen in Leber, Nieren und Magen-Darm-Trakt, um Verluste durch den normalen, täglichen Proteinstoffwechsel zu decken.

Nach einigen Fastentagen sind die Glycogen-Bestände aufgebracht und Fett wird zur primären Brennstoffquelle. Die Proteinverwertung nimmt zu, da Aminosäuren vorrangig für die Glukoneogenese zur Aufrechterhaltung des Glukosespiegels in den Zellen (des Nervensystems, Nierenmarks, Knochenmarks und Blutkreislaufs) genutzt wird, die auf Glukose als Energiequelle angewiesen sind. Der Nahrungsentzug bei gesunden Tieren führt folglich zum Verlust von einem Teil des fettfreien Körpergewebes sowie auch von Fett. Während der Zeit des Nahrungsentzugs bei gesunden Hunden hat die Fettsäureverwertung einen Anteil von 70 - 85 % am Energieaufwand, Proteine bis zu 25 % und Kohlenhydrate weniger als 10 %. Wenn die Futteraufnahme wieder beginnt, nimmt die Aminosäurenmobilisierung ab und der Stoffwechsel kehrt innerhalb von 24 Stunden zum Normalszustand zurück.

Stoffwechselreaktionen auf Streß und Trauma

Stoffwechselstreß zeigt sich durch eine anfängliche hypometabolische Phase, die 24 - 48 Stunden andauert. Während diesem mit der „Ebbe” vergleichbarem Schockzustand nimmt die Stoffwechselrate ab und der Körper versucht weitere Schäden zu verhindern sowie den Flüßigkeitsstatus und die Gewebedurchblutung aufrecht zu erhalten. Die Behandlung in dieser Phase dient primär den lebensrettenden Maßnahmen.

Diese nährstoffarme Phase wird gefolgt von einem mit der „Flut” vergleichbaren Zustand des Hypermetabolismus (erhöhte Stoffwechselrate), der von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen andauern kann, abhängig vom Grad der Schädigung. Hypermetabolismus soll kurzfristig die Wundheilung und den Infektionswiderstand unterstützen. Der Energiebedarf steigt in Abhängigkeit zum Grad der Verletzung und kann in Fällen von Kopftrauma (weil das Gehirn einen besonders hohen Energiebedarf hat), Blutvergiftung, schweren Verbrennungen, massivem Trauma oder in Folge eines radikalen chirurgischen Eingriffs besonders hoch sein. Sogar gesunde Tiere, die geringfügigen Eingriffen unterzogen werden, können einen vorübergehend höheren Energiebedarf von bis zu 10 % über normal erfahren. Einige therapeutische Mittel, wie z. B. hohe Dosen an Steroiden, können den Energiebedarf des Patienten steigern.

Die Glycogen-Bestände sind bei gestreßten Tieren schnell aufgebraucht und Fett wird zur primären und bevorzugten Energiequelle. Die Glukoneogenese durch Aminosäuren nimmt in erheblichem Maße zu, um den Glukosespiegel im Blut für die von Glukose abhängigen Zellen aufrecht zu erhalten sowie zur Reparatur von Gewebe und Neoplasma. Der Proteinabbaustoffwechsel wird erhöht um diesen Bedarf zu erfüllen. Gestreßte und traumatisierte Patienten sind nicht in der Lage Glukose effizient zu verwerten. Größere Mengen diätetischer Kohenhydrate sind daher während dieser Zeit nicht anzuwenden. Sie können zu Komplikationen führen.

Nach Streß oder Verletzung scheinen die proteinsparenden Anpassungen des Nahrungsentzugs, die bei gesunden Tieren auftreten, außer Kraft gesetzt zu sein. Die Folge ist ein Nettoverlust bedeutender Proteinmengen. Die Belastung des Gewebes kann sich über Wochen fortsetzen und während dieser Zeit werden unterstützende Ernährungsmaßnahmen zu einem entscheidenden Bestandteil der Behandlung. Wird dieser Nährstoffbedarf beim Patienten außer Acht gelassen, führt das gewöhnlich zu einem Protein-Energie-Mangelsyndrom. Entgegen dem fastenden, gesunden Tier, weist das metabolisch gestreßte Tier - auch nach Wiederaufnahme der Fütterung - weiterhin eine negative Stickstoffbilanz und beschleunigte Gluconeogenese auf.

Protein-Energie Mangelsyndrom

Im Verlauf einer Protein-Energie-Mangelernährung können sich eine Reihe negativer Auswirkungen zeigen, die in Kombination in der Lage sind, die Rekonvaleszenz zu verzögern sowie die Infektions- und Schockanfälligkeit des Patienten zu erhöhen. Folgende Auswirkungen sind u.a. möglich:

  • Schwund von Muskelmasse und Muskelkraft
  • Abnahme der Verdauungs- und Absorptionskapazität des Magen-Darm-Traktes
  • erhöhte Durchlässigkeit des Darms
  • gestörte Immunfunktion
  • verzögerte Wundheilung
  • vermindertes Plasmavolumen
  • reduzierte Funktionsfähigkeit im Bereich des Atmungstraktes und der Herzmuskulatur
  • in extremen Fällen führt dies zum Tod durch ein mit einer Infektion einhergehendes Organversagen

Patientenbeurteilung

Die Bestimmung von Patienten, die unterstützender Ernährungsmaßnahmen bedürfen, ist subjektiv. In jedem Fall sollten jedoch die Kranken- und Ernährungsgeschichte, derzeitiges Freßverhalten, physikalische Untersuchungen und Labortests betrachtet werden.
Eine spezifische unterstützende Ernährungsmaßnahme ist angezeigt, wenn:

  • die Nahrungsaufnahme seit 3 - 5 Tagen deutlich verringert ist
  • es klare Hinweise auf einen akuten Gewichtsverlust von 5 - 10 % des Körpergewichts gibt
  • das derzeitige Gewicht 15 % oder mehr unter dem idealen Körpergewicht liegt
  • der Körperzustand auf einer Skala von 1 (ausgezehrt) bis 5 (übergewichtig), unter dem optimalen Wert von 3 liegt
  • nach vor kurzem erfolgtem Trauma, operativem Eingriff oder von Abmagerung begleiteter Infektion

Sind erst einmal alle Kriterien abgewogen worden, können Umfang und Dauer der unterstützenden Ernährungsmaßnahme geschätzt und ein individueller Ernährungsplan zusammengestellt werden. Für Patienten, denen ein Eingriff bevorsteht, ist die voroperative Beurteilung besonders wichtig, damit eine unter Umständen erforderliche Sondenlegung gleichzeitig mit dem Eingriff vorgenommen werden kann.

Komplikationen bei der unterstützenden Ernährungsmaßnahme

Nach einer Zeit des Nahrungsentzugs sollten alle diätetischen Änderungen langsam und stufenweise eingeführt werden, um Komplikationen zu vermeiden. In der ersten Phase, wenn die Fütterung wieder aufgenommen wird, ist mit Erbrechen zu rechnen oder mit Diarrhöe aufgrund der verringerten Darmoberfläche und verminderter Enzymaktivität. Die normalen Verdauungsfunktionen kehren gewöhnlich innerhalb einiger Tage wieder zurück.

Die Kalorienzufuhr hat eine wichtige Wirkung auf die Genesung. Eine unzureichende Aufnahme kann zu Protein-Energie-Mangelernährung führen, aber Überfütterung kann ähnlich schädlich sein, insbesondere wenn die Kohlenhydratzufuhr zu hoch ist. Bei von Nahrungsentzug gekennzeichneten Patienten kann eine exzessive Kohlenhydratzufuhr zu einem insulininduzierten Transport von Phosphor und Kalium in die Zellen führen. Das daraus folgernde Herz-Kreislauf-Versagen kann in machen Fällen tödlich enden.

Diätauswahl

Bei der Auswahl einer Diät ist es wichtig, die diätetische Zusammensetzung, die Kaloriendichte der Nahrung und ggf. den Durchmesser der Sonde zu berücksichtigen. Grundlegende Diäten mit Aminosäuren oder Glukose können sich bei beeinträchtigter Magen-Darm-Funktion oder zur Ergänzung anderer Futtermittel als nützlich erweisen. Polymere Diäten oder Dosenmischnahrung können für die meisten Zwecke eingesetzt werden. Idealerweise sollten alle Diäten für Intensivpatienten äußerst schmackhaft und hoch verdaulich sein sowie eine hohe Nährstoffdichte aufweisen, um eine adäquate Nährstoffaufnahme in einer reduzierten Futtermenge zu gewährleisten. Kommerzielle Diätnahrung, die gemäß den spezifischen Bedürfnissen gestreßter Tiere zusammengesetzt wurden, ist besonders geeignet.

Kernaussagen

  • Unterstützende Ernährungsmaßnahmen können Morbidität und Mortalität bei Intensivpatienten erheblich reduzieren
  • Die Patientenbewertung und die Umsetzung eines Ernähungsplanes im Frühstadium kann zu einem erfolgreichen Ergebnis beitragen
  • Besondere Aufmerksamkeit sollte dem individuellen Energiebedarf des Tiers gewidmet werden
  • Diätzusammensetzung, Form der Verabreichung und Fütterungshäufigkeit sollten auf jeden Patienten individuell und sorgfältig abgestimmt werden.

©/Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von: www.petprofi.de 

Zum Artikel
Foto:©Klaus Wengelnik

Agility-Turniersport

Agility macht Spaß… und dieser Spaß, wird besonders am Turniertag gelebt !

Hundesport, gemeinsam mit Freunden und Gleichgesinnten, im Gleichklang mit Hund und Mensch. Die Mischung macht es. Einerseits das sportliche Ambiente, anderseits die Freude am Gemeinschaftsleben.

Hundesport, gemeinsam mit Freunden und Gleichgesinnten, im Gleichklang mit Hund und Mensch. Die Mischung macht es. Einerseits das sportliche Ambiente, anderseits die Freude am Gemeinschaftsleben.

Agility soll Grenzen öffnen und Freiheiten vermitteln, Freundschaften bilden und doch auch eine sportliche Auseinandersetzung darstellen. Doch Freiheiten haben nun mal ihre Grenzen und Auseinandersetzungen brauchen Regeln. Bestimmte Richtlinien, die nicht einengen, sondern die eine geregelte Abwicklung gewährleisten und das Miteinander deutlich machen sollen.

Regelwerke können nur den Rahmen der Möglichkeiten beschreiben und für alle, die gleiche Bedingungen fordern. Die IRJGV-Turnier-Richter haben die Aufgabe, Parcourse mit entsprechendem Ideenreichtum und Sachverstand, flüssig und abwechslungsreich aufzustellen. Sportliche Vorgaben, die von den Agility-Richtern und von den Veranstaltern, einiges an Gefühl und auch die notwendige Erfahrung abverlangen. Vorgaben aber, die im Besonderen, dem Agility-Teilnehmern Anreize zur sportlichen Leistung und die Freude an der Bewältigung der Aufgabe vermitteln sollen. 

Es ist nicht im Interesse und auch nicht der Wunsch der Hundeführer, über einstudierte Parcourse zu laufen. Immer wieder das Neue und die unbekannte Aufgabe, bestimmen die Herausforderung und setzt den Reiz. 
Doch manchmal gibt es hierbei Missverständnisse. 
Im Prinzip muss die sportliche Leistungsforderung der Parcours-Stellung, die persönliche Einstellung und das sportliche Können der Teilnehmer zum Agility, auf einen machbaren Nenner gebracht werden. 

Agility muss den Hunden und den Menschen Spaß machen. Dieser Sport soll den Bewegungsdrang des Hundes befriedigen, in ihm soll er seine Gewandtheit anwenden, seine Geschicklichkeit und seine Schnelligkeit ausleben können. 
Der Agility-Turniersport soll aber auch den Hundeführern Spaß machen. Gilt es doch hier, das über viele Stunden Erlernte, in einer sehr intensiven und offenen Art, gemeinsam mit seinem Hund anzuwenden.

Der Agility-Spaß erfordert einen flüssigen, übersichtlichen und gut gestaffelten Parcours. Wenn der Hund quasi bei Fuß von einem zum anderen Gerät geführt werden muss, geht das Ganze in Richtung Unterordnung wie im Rally-Obedience. Wenn solche Unterordnungseinlagen sogar den Parcours bestimmen, dann ist die sportliche Agility-Aufgabe falsch gestellt. 

Die Teilnehmer eines Turniers, müssen den Parcours so nehmen, wie er vom Richter vorgestellt und angeboten wird. Den Sieg kann nur das Team erlangen, das die gestellten Aufgaben am besten gemeistert hat. 
Der Schlüssel zum Erfolg liegt aber -wie so oft- im Vorfeld, im Training. Denn gerade hier sollten auch die unmöglichsten Situationen trainiert und eine Lösung dafür erarbeitet werden. 

Die Lauffreude, das Sprungvermögen, die Intelligenz des Hundes, zusammen mit seinem Mut und seiner Geschicklichkeit, sowie ein machbares Führungsvermögen durch die Hundeführer, müssen bei der Parcours-Stellung, die Leitfäden für die Richter sein.

Für den Mini-Hund gilt eine maximale Widerristhöhe von 43 cm. Hunde, die größer als 43 cm sind, werden der Maxi-Klasse zugeordnet. Foto©shutterstock.com/billrard
Für den Mini-Hund gilt eine maximale Widerristhöhe von 43 cm. Hunde, die größer als 43 cm sind, werden der Maxi-Klasse zugeordnet. Foto©shutterstock.com/billrard
Da im IRJGV, erfreulicher Weise ein breites Spektrum an Hunderassen, den Agility-Sport bereichern, ist es auch die Aufgabe der Richter, ihre Parcours-Stellung, so zu wählen, dass möglichst, für jeden etwas dabei ist. 
Laufwege und Wendungen, sollten nicht auf eine bestimmte Hunderasse und/oder Größe der Hunde, sondern auf eine bunte und erkennbare Vielfalt, ausgerichtet sein. 
Beim Sport stehen grundsätzlich die Sportler, beim Agility das startende Team im Fokus der Betrachter. Aber auch den Richtern gehört eine bestimmte Aufmerksamkeit.

Das Agility-Team kann die Freude und den Spaß, die diesen Sport auszeichnet, beim Turnier öffentlich vermitteln und Zuschauer, mit ihrer Freude anstecken. 
Die Richter können mit ihrer Parcours-Stellung erheblichen Einfluss auf den Spaßfaktor für die aktiven Teilnehmer und für die interessierten Zuschauer nehmen. Die Richter werten somit nicht nur die Leistungen der Teams in Fehler und Zeiten, sie sind auch mitverantwortlich für den Spaßanteil der Betrachter. Ihr Parcours-Aufbau trägt mit dazu bei, dass Betrachter und Agility-Anfänger, angeregt und erfreut oder aber auch abgeschreckt werden können. 

Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn ein Hund, egal ob Mini oder Maxi, mit viel Schwung Sprünge meistert, über den Laufsteg sprintet, durch den Tunnel schlüpft und durch den Slalom wuselt. Wenn er Aufgaben fast von alleine zu erkennen scheint und diese selbstständig abarbeitet. 
Dann kommt Freude auf und erst dann macht Agility so richtig Spaß!

von Jürgen Renner

Zum Artikel
Foto:©Pressebüro NOKEM

Die Dackellähme

Bandscheibenvorfall verursacht Lähmungen der Hinterhand

Je nach Schweregrad, kommt es zu Ausfallerscheinungen, bis hin zur Lähmung der Hinterhand, oft auch zu Störungen der Darm- und Blasenfunktion.Erkrankungen und Veränderungen der Wirbelsäule des Hundes sind heute konservativ und operativ mit guten Chancen möglich.

Durch einen Bandscheibenvorfall, vor allem bekannt als Dackellähme, kommt es zu Ausfallerscheinungen, bis hin zur Lähmung der Hinterhand. Je nach Schweregrad, oft auch zu Störungen der Darm- und Blasenfunktion.

Die Behandlung von Erkrankungen und Veränderungen der Wirbelsäule des Hundes, als „Dackellähme“ besonders bekannt, ist heute konservativ und operativ mit guten Chancen möglich. Bessere Medikamente und bessere Möglichkeiten bieten sich an, Erfahrungen aus der Humanmedizin - auch physiotherapeutische Maßnahmen- wurden übernommen.

Zum Verständnis der Erkrankung ist die Mechanik der Wirbelsäule von Bedeutung: Die Wirbelsäule wird wie ein Bogen bei jeder Bewegung gespannt und gestreckt, die Zwischenwirbelscheiben wirken wie Stoßdämpfer.  Sie liegen zwischen den Wirbeln, übernehmen also den Druck und Zug auf die Wirbelsäule und gleichen ihn aus. Diese mechanische Belastung der Zwischenwirbelscheiben führt zu einem Verschleiß beim älteren Hund, zu schmerzhaften Entzündungen und oft zu totaler Lähmung. Es kann sich aber genauso um eine Störung des Stoffwechsels im Zwischenwirbelkörper handeln, die zu Auffaserungen und Spalten führt und völlig gleiche Erkrankungen, bereits auch beim jungen Hund, hervorruft. Die Beobachtungen über das Entstehen der Erkrankungen, evtl. auch durch Verletzungen bei Unfällen, beim Springen, Treppensteigen, sind für diagnostische Überlegungen des Tierarztes deshalb besonders wichtig. Die Behandlung muß sofort vorgenommen werden.

Konservative Behandlung:

Schmerzstadium:

Gaben von Vitamin E, Vitamin B12, schmerzstillenden Medikamenten und in schweren Fällen Kortison. Die Behandlung kann mit Kurzwellen- und Rotlichtbestrahlung sowie Magnetfeldtherapie unterstützt werden. Gute Therapieerfolge wurden auch mit unterschiedlichen homöopathischen Medikamenten, in Kombination mit den vorstehend genannten Behandlungsmöglichkeiten, erzielt. Auch eine Physiotherapie mit Präparaten, die Teufelskrallenextrakt (wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend) sowie Gelatinehydrolysat und Grünlippmuschel enthalten, sind zu empfehlen. 

Orthopädische Laufhilfen ermöglichen Hunden mit einer dauerhaften Lähmung ein "hundewürdiges" Leben.  Foto:©Pressebüro NOKEM
Orthopädische Laufhilfen ermöglichen Hunden mit einer dauerhaften Lähmung ein "hundewürdiges" Leben. Foto:©Pressebüro NOKEM
Lähmungsstadium:

Gleiche Vitatimgaben, Injektionen von Kortison in unmittelbarer Nähe des Defekts und schmerzlindernde Medikamente.

Bei hochgradigen Lähmungen muß der Urin zweimal täglich entfernt werden; in leichteren Fällen durch ein vorsichtiges Ausdrücken der Blase möglich, in schweren Fällen muß katheterisiert werden. Zur täglichen Entfernung des Stuhls ist ein Klistier zu empfehlen.

Ein Handtuch oder breiter Gurt (breite, elastische Binde), unter dem Leib durchgezogen, gibt Gehhilfe, so daß sich der Patient an gewohnten Stellen leichter selbst entleeren kann. Im Schmerz- und Lähmungsstadium ist viel Wärme, Einhüllen in Decken, leichtes Massieren, das die Durchblutung fördert, Einreiben mit Rheumamitteln, leichte Heilgymnastik (wie beim Menschen) notwendig. Verhindert werden muß jedes (gewohnte) Springen von Lagern, Treppensteigen usw. Der Patient muß getragen werden. Leichte Bewegung ist im Schmerzstadium zu empfehlen, weil dadurch ein spontanes Zurückgleiten des Bandscheibenvorfalles (ähnlich Humanpathologie) erreicht werden kann. 

Operative Behandlung:

Der Hund wird möglichst im Schmerzstadium oder im Anfangsstadium der Lähmung (am besten innerhalb der ersten 24 Stunden) operiert. Je früher der Eingriff erfolgen und je sorgfältiger eine Diagnose gestellt werden kann (spezielle Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel), desto schneller ist eine Erholung möglich. Durch die Operation wird die verknöcherte, teilweise vorgefallene Zwischenwirbelscheibe entfernt oder ausgekratzt. Eine sehr schwierige Operation, weil das Rückenmark - sowie davon ausgehende Blutgefäße nicht verletzt werden dürfen. Operierte Hunde zeigen jedoch schon wenige Minuten nach der Operation kaum mehr Schmerzen.

Gerade der Basset-Hound ist aufgrund seiner anatomischen Gegebenheiten -sehr langer Rücken, extrem massiger Körper, usw.- leider sehr anfällig auf Dackellähme (Bandscheibenvorfall). Foto:©Bonnie van den Born/Wikimedia Commons
Gerade der Basset-Hound ist aufgrund seiner anatomischen Gegebenheiten -sehr langer Rücken, extrem massiger Körper, usw.- leider sehr anfällig auf Dackellähme (Bandscheibenvorfall). Foto:©Bonnie van den Born/Wikimedia Commons
Akupunktur:

Aufgrund ihrer wissenschaftlichen dokumentierten Erfolge ist die Akupunktur (acus = Nadel; pungere = stechen) in den letzten Jahren zunehmend populärer geworden und bietet auch für die Tiermedizin v.a. im Bereich der Bewegungsstörungen, eine zusätzliche Therapiemöglichkeit. „Kräfte-Linien“ beeinflussen die körperliche Funktion, seine Reaktion und Empfindungen, damit auch Krankheit oder Gesundheit. Tatsächlich stehen Punktesysteme unter der Haut miteinander in Verbindung, elektrische Messungen ergeben stärkeren oder schwächeren Widerstand. Mit feinen, dünnen und langen Nadeln, eingestochen in diese Punktesysteme, werden Verbindungen mit überraschenden Erfolgen hergestellt. Schmerzen wurden behoben, Krankheiten geheilt.

 Sicher ist die Akupunktur kein Allheilmittel, um alle Krankheiten zu behandeln. Nicht sinnvoll und nicht zu befürworten ist ihr Einsatz bei schweren Infektionskrankheiten, Tumoren und allen chirurgisch zu behandelnden Erkrankungen. Aber ebenso sicher kann Akupunktur Menschen und Tieren bei Erkrankungen helfen.

Zu empfehlen und erfolgsversprechend, ist eine Akupunkturbehandlung in erster Linie bei schmerzhaften Störungen des Bewegungsapparates, die durch eine Fehlbelastung, Verletzungen, Muskel- und Sehnenzerrungen entstanden sind. Dabei spielen in der Tiermedizin v.a. Wirbelsäulenschmerzen und Gelenkserkrankungen (Knie, Hüfte, Ellenbogen usw.) eine Rolle.

Hoffnung für Hunde mit Bandscheibenvorfall

Dackeldame Chanel kann nicht mehr laufen. Ursache ist ein Bandscheibenvorfall, der das Rückenmark geschädigt hat. Nicht bei allen Patienten kann eine Operation helfen, so dass Hunde dann häufig eingeschläfert werden. Eine Studie der Klinik für Kleintiere in Hannover könnte Chanel und künftigen Bandscheibenpatienten das Leben retten: Körpereigene Schwannzellen, die in das Rückenmark transplantiert werden, sollen geschädigte Nervenzellen wieder heilen.

In der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) untersuchen Wissenschaftler eine neue Therapiemethode für Hunde, deren Hintergliedmaßen durch Schäden im Rückenmark vollständig gelähmt sind. In einem zweiteiligen Film stellt die TiHo die Studie am Beispiel von Dackeldame Chanel vor.

Bandscheibenvorfälle verursachen bei unseren Hunden Schmerzen und mehr oder weniger starke neurologische Ausfälle. Das können Bewegungsstörungen, Lähmungen oder Urinabsatzbeschwerden sein – je nachdem wie stark das Rückenmark geschädigt ist. Im schlimmsten Fall sind betroffene Hunde vollständig gelähmt und können häufig nicht selbstständig Harn absetzen. Professorin Dr. Andrea Tipold, PD Dr. Veronika Stein und Tierärztin Nicole Steffensen aus der Klinik für Kleintiere der TiHo arbeiten an einer neuen Behandlungsmethode, die Hunden mit einer vollständigen Lähmung der Hintergliedmaßen neue Hoffnung geben könnte. Die Wissenschaftlerinnen untersuchen, ob die Transplantation von Schwann-Zellen in das Rückenmark der betroffenen Hunde zu einer Besserung führt, wenn die Standardtherapie (Operation) nicht hilft – wie es bei Chanel der Fall ist.

Um den Erfolg der Transplantation zu beurteilen, müssen die Forscherinnen die Studienteilnehmer über sieben Monate regelmäßig untersuchen. Unterstützt wird die Behandlung mit physiotherapeutischen Übungen – entweder durch den Besitzer zu Hause oder in der Klinik, unter anderem im Unterwasserlaufband.

Für ihre Studie suchen die Wissenschaftlerinnen noch Patienten, die als Studienteilnehmer in Frage kommen. Geeignete sind Hunde, bei denen beide Hintergliedmaßen durch eine Rückenmarksschädigung oder einen Bandscheibenvorfall im Brust- oder Lendenwirbelsäulenbereich vollständig gelähmt sind.

Für Rückfragen wenden Sie sich an: Professorin Dr. Andrea Tipold, PD Dr. Veronika Stein, TÄ Nicole Steffensen unter: schwannzell-studie@tiho-hannover.de

Quelle: www.petprofi.de 

Zum Artikel
Foto:©IRJGV/Hauser

Gedanken zum Ausstellungswesen im IDG und IRJGV

Lassen wir das Verbandsgeschehen einige Jahre Revue passieren, so können sich die langjährigen Mitglieder sicher an die großen Treffen von Hundefreunden auf unseren zahlreichen Sonderschauen, angeboten im gesamten Bundesgebiet und benachbarten Ausland, erinnern. 300 Hunde vieler Rassen – aber auch Schauen im IDG mit 250 Dackeln und mehr, waren keine Seltenheit und die damaligen „Welt-, Europa-, Deutschland-Siegerschauen“ knackten oft die 1000er Meldegrenze!

Lassen wir das Verbandsgeschehen einige Jahre Revue passieren, so können sich die langjährigen Mitglieder sicher an die großen Treffen von Hundefreunden auf unseren zahlreichen Sonderschauen, angeboten im gesamten Bundesgebiet und benachbarten Ausland, erinnern. 300 Hunde vieler Rassen – aber auch Schauen im IDG mit 250 Dackeln und mehr, waren keine Seltenheit und die damaligen „Welt-, Europa-, Deutschland-Siegerschauen“ knackten oft die 1000er Meldegrenze! Das waren wirklich große Meetings interessierter, engagierter Aussteller und Hundefreunde - man kam miteinander ins Gespräch- tauschte Erfahrungen aus und freute sich oft auf die nächste Veranstaltung, um gewonnene Bekannte und Freude wiederzusehen.

Doch wie sieht es heute aus? Wie hat sich dieser Bereich innerhalb des Verbandes und darüber hinaus in anderen Vereinen entwickelt? Was können wir für Rückschlüsse aus den derzeitigen Resultaten ziehen und wie können wir -wie kann der Verband- darauf reagieren, um diese -zweifelsfrei- wichtige Säule, neben der BGVP und dem Agility, den beiden Hauptangeboten des IDG und IRJGV, auch in Zukunft attraktiv und interessant anbieten zu können?

Um diese Fragen schlüssig beantworten zu können, sollten wir uns zunächst einmal mit dem Sinn und den Hintergründen des Ausstellungswesen und der Philosophie des IRJGV und IDG befassen und bewusst machen, was uns von anderen, vergleichbaren Verbänden unterscheidet bzw. unterscheiden sollte!

Hier muss man sicher unterscheiden zwischen den Interessen der Aussteller und dem eigentlichen Sinn einer Formbewertung auf einer Hundeschau: Die Besucher und Aussteller suchen, neben des gemeinsames Erlebnisses (einen schönen, unterhaltsamen Tag unter Gleichgesinnten), vor allem auch den „sportlichen Wettkampf“: Wer hat den schönsten, den besten Hund des Tages, wer erhält einen der Tagestitel? Die Grundbewertung, sicher der wichtigste Teil einer Hundebewertung nach Formwerten, wird dankbar in Anspruch genommen, wiederholt und ähnelt sich aber meist bei mehrfachen Ausstellungsbesuchen und hat somit bei weitem nicht den Stellenwert, der ihr eigentlich gebührt.

Was beinhaltet die Grundbewertung bzw. welche Aufgabe sollte sie erfüllen? Zunächst soll sie den Aussteller in allen Fragen rund um den Hund (Ernährungs- und Pflegezustand, Umgang mit dem Hund usw.) beraten. Der Richter steht auch für Fragen zur Verfügung und berät den Hundehalter entsprechend. Zudem liegt es am Richter, die Grundbewertung möglichst interessant zu gestalten. So sollten die einzelnen Bewertungskriterien anhand der Ringkarte, aber auch direkt am Hund erklärt werden. Mängel werden besprochen und die Vorzüge, die zweifelsfrei jeder Hund hat, herausgestellt. Der Richter hat sich dabei an den jeweiligen Rassestandard zu halten und diesen maßvoll und mit Verstand anzuwenden. Eine Überinterpretation hat, ebenso wie eine zu lasche Anwendung, zu unterbleiben. Gerade im IDG und IRJGV steht der gesunde Hund und nicht die Rarität im Fokus unserer Betrachtungen zu den gewünschten Zuchtzielen der einzelnen Rassen.

Fast noch wichtiger sind allerdings die Hinweise und kritischen Betrachtungen in Bezug auf den eventuellen Zuchteinsatz des betreffenden Hundes. Sollte bei diesem Hund überhaupt eine Verpaarung empfohlen oder auf Grund dagegen sprechender Kriterien davon abgeraten werden? Oder auf was sollte z.B. bei der Wahl des in Frage kommenden Rüden besonders geachtet werden? Hier stehen vor allem die sogenannten „Qualzucht- Defekte“ im Fokus der Richter: zu klein, zu groß, schlechte Pigmentierung, Modefarben, Bewegungsmängel, Kurznasigkeit, zu große Köpfe, Behaarung welche einer Hund- bzw. rassegerechter Aktivität konträr läuft und, und, und… Leider steht die Rassehundezucht auch aus diesen Gründen mehr denn je in der Kritik vieler Tierschützer und -Rechtler, aber auch etlicher Wissenschaftler, welche sich intensiv mit der Kynologie befassen. Warum gibt es Rassen, die bereits mit 10 Monaten so gut wie ausgewachsen sind aber kaum 8 bis 10 Jahre alt werden? Oder Hündinnen, die nur noch per Kaiserschnitt entbinden können. Es soll inzwischen sogar häufig eingesetzte Zuchthunde geben, die sich nicht mehr „natürlich“ paaren können. Um von diesen Hunden Nachwuchs zu bekommen, kommt dann nur noch die künstliche Besamung in Betracht - eine Praxis welche das Verbandszuchtbuch des IRJGV und IDG übrigens nicht anerkennt!

Frauchen und Hund sind rundum zufrieden und kommen daher zur nächsten Veranstaltung gerne wieder. Foto:©IRJGV/Hauser
Frauchen und Hund sind rundum zufrieden und kommen daher zur nächsten Veranstaltung gerne wieder. Foto:©IRJGV/Hauser
Beim aufmerksamen Betrachten der oben genannten Punkte der Grundbewertung -und es gibt hier sicher noch weitere- wird uns klar, dass dieser Teil mit Abstand das vordergründige Ziel einer Ausstellung sein muss. Ja, die Berechtigung einer derartigen Veranstaltung überhaupt begründet. Die Beurteilung des Hundes nach seinem Formwert, ausgedrückt in den Noten „befriedigend“, „gut“, „sehr gut“ und „vorzüglich“ ist die zentrale Aufgabe einer Hundeausstellung und der Richter unserer Verbände. Ziehen wir einmal in Betracht, dass ein Hund (Rüde wie Hündin) ab „sehr gut“ (natürlich je nach Rasse neben weiteren Voraussetzungen) zur Zucht zugelassen ist, kann man den hohen Wert eines „vorzüglich“ u.U. sogar mit einer Anwartschaft (CACIB oder AW-Jugend) in etwa ermessen.

Dennoch ist, wie eingangs bereits erwähnt, für viele die Siegerausscheidung der eigentliche Höhepunkt einer Sonderschau im IRJGV und IDG. Den zwei ausgeschriebenen Tagestiteln wird scheinbar wesentlich mehr Bedeutung beigemessen als den errungenen Formwerten. Woran mag dies liegen? Ein Grund ist sicher, dass sich Menschen gerne sportlich messen. Wer ist der Beste, Schnellste, Schönste usw. Somit ist es absolut verständlich, dass manch ein Austeller eben den schönsten der schönen Vierbeiner sein Eigen nennen möchte (für ihn ist es ja ohnehin der Schönste und das sollte auch stets so bleiben). Grundsätzlich ja auch in Ordnung, solange hier kein übertriebener Ehrgeiz geweckt und akzeptiert wird, dass diese Auswahl der Richter in erster Linie subjektiv ist und hier auch, im Gegensatz zur Grundbewertung, der persönliche Geschmack der Richter eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Zudem, und damit wären wir wieder beim „sportlichen Vergleich“, zeigt sich nicht jeder Hund auf jeder Veranstaltung gleich. Einmal Sieger heißt nicht immer Sieger - was übrigens bei der Vergabe der Anwartschaften (CACIB bzw. AW-Jugendsieger) ebenso zutrifft. Vielleicht wurde der Hund heute nicht optimal vorgeführt, so dass er sein ansonsten makelloses Gangwerk nicht optimal zeigen konnte, stand nicht optimal, in dem Moment, als er vom Richter kritisch betrachtet wurde - oder aber auch ganz einfach: vielleicht war bzw. gefiel dem Richter heute einer der Mitbewerber einfach besser! Oder, oder, oder…

Leider ist gerade in letzter Zeit eine zunehmende Zahl von Ausstellern zu beobachten, die, ich möchte es fast als sehr „verbissen” bezeichnen, die Ergebnisse ihrer Hunde in der Siegerausscheidung registrieren. Nicht selten mit unschönen Reaktionen in Richtung der Richter oder auch Veranstalter (welche übrigens ebenso wie die Ausstellungsleitung überhaupt keinen Einfluss auf die Bewertung der Hunde und deren Abschneiden in den Siegerausscheidungen haben). Dieses Verhalten hinterlässt oft einen faden Beigeschmack und gibt manch einer eigentlich sehr gelungenen Ausstellung einen negativen Touch. Schade, sollten doch eigentlich ganz andere, vor allem für die Hunde wesentlich wichtigeren Dinge einen schönen Tag unter Hundefreunden kennzeichnen.

Also fasse ich abschließend die wichtigsten Punkte (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit) noch einmal zusammen, was Sinn und Wert einer Rassehundeschau ausmachen:

  • Eine fundierte, umfassende Grundbewertung mit verständlichen, nachvollziehbaren Erklärungen des Richters
  • Beratung in allgemeinen Fragen rund um den Hund
  • Schöne Urkunden, sauber mit schöner Schrift ausgestellt
  • Je nach Veranstaltung kleine Erinnerungsgaben
  • Interessantes Rahmenprogramm, Info- und Verkaufsstände
  • Nette Atmosphäre
  • Informierte, hilfsbereite Mitarbeiter des Veranstalters
  • Gute Organisation, nicht zuletzt auch während der Siegerausscheidung

Wenn es uns gelingt -und ich bin davon überzeugt, dass wir dies gemeinsam schaffen können- vor allem auch als Veranstaltungsteam vor Ort, die eigentlichen Ziele einer Hundeausstellung attraktiv und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln an den potenziellen Aussteller und Hundefreund zu bringen, werden wir auch weiterhin interessante Veranstaltungen anbieten können und auf diesem Wege neue Teilnehmer finden. Dann bleibt es uns hoffentlich erspart, den zweifelhaften Praktiken einiger konkurrierender Vereine zu folgen und z. B. für jeden Hund einen Pokal oder je nach Wahl (und Höhe des Meldegeldes!!) einen oder gar zwei Titel an einem Tag zu vergeben. Diese Dinge würden ohnehin den Grundsätzen der Philosophie unserer Verbände und unserer grundsätzlichen Einstellung zum Hund widersprechen und kämen somit nicht in Betracht.

Besinnen wir uns auf das Wesentliche – und auf das, was dem Hund und somit auch uns als Hundefreund Nutzen und Freude bringt!

Schützen wir unsere Hunde vor fragwürdigen Schauen, welche die Eitelkeiten ihrer Besitzer in den Mittelpunkt stellen. Mögen wir stets bedenken, dass unsere Sonderschauen nicht nur uns Spaß, Freude und Unterhaltung bringen sollen, sondern vor allem unseren Hunden dienen sollen!

In diesem Sinne - ich freue mich auf die nächste Ausstellung und auf ein Wiedersehen!

Uwe Thies

Zum Artikel
Foto©shutterstock.com/Ermolaev Alexander

Heimtierhaltung in der Wohnung:

Therapie- und Assistenztiere grundsätzlich erlaubt

Häufig wollen Vermieter die Tierhaltung verbieten. Wer einen Assistenzhund oder ein Tier zu therapeutischen Zwecken braucht, hat in der Regel gute Chancen, dass ihm die Tierhaltung dennoch gewährt wird. Unabhängig davon, was ursprünglich einmal im Mietvertrag vereinbart wurde, meint der Tierrechtsspezialist RA Andreas Ackenheil aus Mainz. Bestätigt sieht der Anwalt dies in zahlreichen Rechtsurteilen der Vergangenheit.

Häufig wollen Vermieter die Tierhaltung verbieten. Wer einen Assistenzhund oder ein Tier zu therapeutischen Zwecken braucht, hat in der Regel gute Chancen, dass ihm die Tierhaltung dennoch gewährt wird. Unabhängig davon, was ursprünglich einmal im Mietvertrag vereinbart wurde, meint der Tierrechtsspezialist RA Andreas Ackenheil aus Mainz. Bestätigt sieht der Anwalt dies in zahlreichen Rechtsurteilen der Vergangenheit.

„Oftmals sind es Einzelfallentscheidungen, die nach eingehender Prüfung und Abwägung der Interessen des Tierhalters, anderer Mieter und des Vermieters gefällt werden“, betont Ackenheil. Beispielsweise spielen auch besondere Bedürfnisse des Mieters (Blindenführhund, Therapiezwecke, soziale Vereinsamung) sowie das Naturell eines Tieres eine Rolle. 

Hunde

Benötigt beispielsweise ein behinderter Mensch einen Assistenzhund, der ihn bei der Hausarbeit unterstützt und ist der Hund gut erzogen, sozialverträglich und ruhig, sind sehr wichtige Kriterien bereits erfüllt. „Diese Eigenschaften sind bei ausgebildeten und qualitätsgeprüften Assistenzhunden die Voraussetzung für einen Einsatz bei einem behinderten Menschen“, sagt Sabine Häcker, ehrenamtliche Vorsitzende des Vereins Hunde für Handicaps, Mitarbeiterin beim Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband im Projekt „Führhund“, Tierärztin, Hundeerzieherin und Verhaltensberaterin (IHK/BHV). Demnach kann man davon ausgehen, dass der Haltung eines ausgebildeten Assistenzhundes in der Regel keine Steine in den Weg gelegt werden können. 

Dies zeigt auch das folgende Urteil: Sogar ein mietvertraglich individuell vereinbartes Verbot kann in besonderen Ausnahmefällen hinfällig werden. In diesem Sinne hatte der BGH einem Mieter, der auf die Dienste eines Blindenhundes angewiesen war, die Tierhaltung in der Mietwohnung zugestanden und die Interessen des Mieters als höherrangig gegenüber denen des Vermieters eingestuft (BGH Beschluss v. 4.5.1995, V ZB 5/95, Fundstelle: WuM 1995, 447). Sogar ein „normaler“, nicht ausgebildeter Hund, durfte aufgrund der besonderen Interessenlage einer behinderten Mieterin bleiben, obwohl in dem Regensburger Wohnungsblock ein generelles Tierverbot herrschte und sich die Nachbarn über Hundegebell beschwert hatten.

Vor Gericht gab die contergangeschädigte Hundebesitzerin an, dass sie wegen ihrer Behinderung arbeitslos sei und kaum Kontakt zu Menschen habe. Der Dackel wäre für die Stabilisierung des seelischen Zustands wichtig, wie vom Arzt bestätigt wurde. Letztendlich entschied das Gericht, dass die Frau ihren Dackel behalten durfte (Bayerisches OLG, Az.: 2Z BR 81/01). 

Katzen

Dennoch: „Soll ein Assistenzhund oder eine Katze zu therapeutischen Zwecken in die Wohnung einziehen, ist es ratsam, sich im Vorfeld mit dem Vermieter, gegebenenfalls auch den Mitmietern an einen Tisch zu setzen“, rät Ackenheil. Es könnten konkrete Störfaktoren vorliegen, die gegen eine Hunde- oder Katzenhaltung sprechen. Beispielsweise, wenn die Gefahr besteht, dass der Nachbar durch die Katze einem lebensbedrohlichen allergischen Asthmaanfall ausgesetzt werden könnte (LG München 34 S 16167/03).

Demgegenüber urteilte das AG Hannover (Az. 8611 76/86), dass die Katzenallergie eines benachbarten Mieters kein Grund sei, die Tierhaltung zu untersagen. In diesem Fall fiel Interessenabwägung eben anders aus. Maßgebend ist insoweit immer der Vortrag der Parteien, die den Richter für das eine oder andere Interesse überzeugen müssen. 

Kleintiere, Vögel und Fische 

Ist eine Katzen- oder Hundehaltung zu therapeutischen Zwecken aufgrund einer Allergie eines Hausmitbewohners nicht möglich, können Betroffene auch auf Kleintiere, Vögel oder Zierfische ausweichen. Deren Haltung ist immer erlaubt und sie eignen sich hervorragend als Seelentröster oder unvoreingenommene Gesellschafter.

Quelle: IVH 

Zum Artikel
Foto:©Sagmeister/IDG-IRJGV

Zwingerhusten - ein Thema für jeden Hund und Halter

Entwurmungen und Impfungen schützen Hunde vor gefährlichen Infektionen. Hygiene im Zusammenleben mit dem Hund ist unverzichtbar und selbstverständlich, damit auch die Menschenfamilie vor übertragbaren Erkrankungen geschützt ist.

Entwurmungen und Impfungen schützen Hunde vor gefährlichen Infektionen. Hygiene im Zusammenleben mit dem Hund ist unverzichtbar und selbstverständlich, damit auch die Menschenfamilie vor übertragbaren Erkrankungen geschützt ist. Hierbei handelt es sich um die Grundprinzipien in jeder Haustierhaltung, insbesondere der Hundehaltung, denn sie ist in der Regel sehr eng. Und wer will schon die Gesundheit der eigenen Kinder gefährden, oder das Leben des geliebten Vierbeiners?

Doch es gibt vielfach konträre Argumente zur Notwendigkeit von Impfungen und deren Intervallen. Über die Impf-NOTWENDIGKEIT kann es unserer Ansicht nach keine Diskussion geben. Wer einmal einen Hund (Welpe oder erwachsen) an Parvovirose oder Staupe verloren hat, wird keinem weiteren Hausgenossen ein ähnliches Schicksal zumuten wollen.

Zwingerhusten (wie nachstehend ausführlich beschrieben) ist zwar gut behandelbar, jedoch nicht zu unterschätzen -aber auch VERMEIDBAR- durch eine entsprechende Impfung.

Die Vorgaben des IDG und IRJGV gehen seit Jahrzehnten viel weiter als die veterinäramtlichen Vorschriften, wenn es um die vorkehrenden Impfungen zur Teilnahme an den Verbandsveranstaltungen geht.

Die Tollwut-Impfung (Krankheit auf den Menschen übertragbar) ist behördlich vorgegeben. Die Impfung gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Parvovirose schreibt der Verband zur Teilnahme an Ausstellungen, Begleithunde-Ausbildung und Agility-Sport-Veranstaltungen vor. Die Impfung gg.Parainfluenza (Zwingerhusten) wird dringend empfohlen. Nur Hunde, die einen LÜCKENLOSEN Impfschutz aufweisen, und zwar gegen alle genannten Infektionskrankheiten, können Sie beruhigt an allen Veranstaltungen teilnehmen, oder einfach nur mit Ihrem Nachbarshund spielen lassen!

Die häufigsten Erkrankungen gegen die auf jeden Fall geimpft werden sollte, sind in den Impfempfehlung der Ständigen Impfkomission aufgeführt.

Der Zwingerhusten

Die nach einer Impfung mit Intrac® ausgelöste lokale Antikörperproduktion ist die einzige Möglichkeit, um effektiv gegen Bordetella bronchisptica-Infektionen zu schützen. Durch ihre Natur bedingt, würden Antikörper, die sich nach einer systemischen Impfung bilden, nicht die nötige lokale Immunität liefern. Hunde, die mit Intrac® geimpft werden, sind dort vollständig geschützt, wo es am effektivsten ist – an den Atemwegen. Diese lokale Immunität bedeutet -auch in kritischen Situationen- Schutz gegen den Husten. 

Was bedeutet Zwingerhusten?

Als Zwingerhusten bezeichnet man eine akute, ansteckende Erkrankung der oberen und unteren Luftwege bei Hunden. Die Bezeichnung Zwingerhusten ist allerdings irreführend, da bei weitem nicht nur Zwingerhunde betroffen sind. Vielmehr handelt es sich um eine Krankheit, die eine Gefahr für jeden Hund darstellt, der in Kontakt mit fremden Hunden kommt. Dies kann bei Spaziergängen, bei Hundeprüfungen, auf Ausstellungen, in Hundeschulen oder Hundepensionen der Fall sein. Heute bezeichnet man daher die Krankheit richtigerweise als „infektiöse Tracheobronchitis” (Trachea = Luftröhre). 

Wie äußert sich die „infektiöseTracheabronchitis?

Zu Beginn, bzw. wenn eine unkomplizierte Infektion vorliegt, zeigen die Hunde trockenen, sehr lauten Husten, serösen (dünnflüssigen) Nasenausfluß und eine Tonsillitis (Mandelentzündung). Die zu Beginn rauhen, krampfartigen Hustenanfälle- wie wir sie vom Keuchhusten her kennen -werden später feucht und können extrem lange anhalten. Das Allgemeinbefinden, wie Futteraufnahme, Verhalten, Lebhaftigkeit etc., ist meistens ungestört. 

Lichtmikroskopisches Bild von Bordetella bronchisptica in einer Geißelfärbung nach Leifson (nachträglich digital eingefärbt). Foto:©CDC/Dr.William A.Clark/Marco Tolo/wikimedia commons
Lichtmikroskopisches Bild von Bordetella bronchisptica in einer Geißelfärbung nach Leifson (nachträglich digital eingefärbt). Foto:©CDC/Dr.William A.Clark/Marco Tolo/wikimedia commons
Das Bakterium Bordetella bronchiseptica ist die Ursache für eine sehr ansteckende Atemwegsinfekton, deren Symptom hartnäckiger Husten ist. Es gibt zwar eine Anzahl von Erregern -hauptsächlich Viren- die bei Hunden Husten hervorrufen, jedoch kompliziert Bordetella die Infektion beträchtlich. Bordetella als Einfach- oder Mischinfektion zeigt sich durch einen rauhen, oft krampfartigen Husten, der drei Wochen oder länger anhalten kann. Sogar wenn die Symptome verschwunden sind, bleiben die Hunde für weitere drei Monate latent infiziert.

Nicht immer verläuft aber die Krankheit mit diesen relativ milden Symptomen. Häufig verschlimmert sich das Krankheitsbild. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Hunde Streßsituationen ausgesetzt werden, wie beispielsweise Hundeprüfungen oder Jagdeinsätzen. Durch Streß kommt es zu einer Unterdrückung des Immunsystems, so daß der Körper nicht in der Lage ist, die Erreger abzuwehren. Aus der Anamnese (Vorbericht) erkrankter Hunde ergibt sich fast immer, daß die Hunde vor der Erkrankung ungewohnten Streßsituationen ausgesetzt waren. Bei kompliziertem Krankheitsverlauf ist das Allgemeinbefinden gestört und die Hunde zeigen zusätzlich zu den oben genannten Symptomen Fieber, eitrigen Nasen- und Augenausfluß und Anzeichen einer Lungenentzündung. 

Wie entsteht die infektiöse Tracheobronchitis?

Für die Entstehung der infektiösen Tracheobronchitis sind verschiedene Faktoren -eine Vielzahl von Viren und Bakterien, sowie ungünstige Umweltbedingungen- verantwortlich, so daß man die Krankheit auch zu den sogenannten Faktorenerkrankungen rechnet.

Die Viren (hauptsächlich Parainfluenza-2 und canines Adenovirus 2) bezeichnet man als Primärerreger, bzw. Wegbereiter. Sie siedeln sich auf der Schleimhaut der Atemwege an, wodurch die lokale Abwehr geschädigt wird. Durch diese Vorschädigung der Schleimhaut können sich vermehrt Bakterien ansiedeln. Das wichtigste Bakterium -welches auch die eigentlichen Krankheitssymptome auslöst- ist das Bakterium Bordetella bronchiseptica. Der Name stammt von seinem Entdecker, dem belgischen Bakteriologen Jules Bordet, der ebenfalls den Erreger des Keuchhustens (Bordetella pertussis) beim Menschen entdeckte. Die Bordetellen heften sich an die Zilien (Flimmerhärchen) der Schleimhaut an und produzieren dort Toxine (Giftstoffe), die eine Zilienlähmung auslösen.

Einträufeln des Impfstoffes direkt in die Nase des Hundes. Foto:©Intervet Deutschland GmbH
Einträufeln des Impfstoffes direkt in die Nase des Hundes. Foto:©Intervet Deutschland GmbH
Es ist leicht vorstellbar, daß dadurch eine „Reinigung” der Schleimhaut nicht mehr stattfindet und es zu einer Ansammlung von Schleim kommt. Die physiologische (natürliche) Zilienfunk­tion kann nicht mehr aufrechterhalten werden. Der normalerweise dünnflüssig vorkommende Schleim wird in zähe, mukopurulente (schleimig-eitrige) Flüssigkeit umgewandelt. Dadurch wird die weitere Besiedlung mit krankmachenden Bakterien gefördert. Bordetella bronchiseptica muß bei gewissen Seuchenausbrüchen auch als Primärerreger angesehen werden. Die Verbreitung der Erreger erfolgt aerogen, also mit der Luft, als sogenannte Tröpfcheninfektion und erfaßt schlagartig eine ganze Hundepopulation. Die Erreger werden entweder ausgehustet oder durch direkten Kontakt übertragen. Auch noch klinisch gesunde Hunde können massiv aerogen Erreger ausscheiden, so daß es zu einer rapiden Seuchenausbreitung kommen kann. Die infektiöse Tracheobronchitis ist hochgradig ansteckend. Erkranken können sowohl junge als auch erwachsene Tiere. Gerade ein Ausbruch bei jungen Tieren sollte verhindert werden, da dauerhafte Schäden des Lungengewebes zurückbleiben können.

Bordetellen heften sich an die Zilien entlang der Atemwege, wo sie eine Zilienlähmung durch ein Exotoxin hervorrufen und so die Schleimclearance verhindern. Dadurch verändert sich der infizierte Schleim von siner normalen dünnen Konsistenz in eine dicke, schleimig-eitrige, zähe Flüssigkeit. Die langen Hustenanfälle enstehen dadurch, daß der Hund versucht, die klebstoffähnliche Substanz aus den Luftwegen zu entfernen. 

Wie können Sie Ihren Hund gegen die infektiöse Tracheobronchitis schützen?

Die wichtigsten Virenvertreter -das Parainfluenzavirus Typ 2 und canine Adenovirus 2- sind bereits in einigen Kombinationsimpfstoffen enthalten. Sie können daher Ihren Hund automatisch bei den Wiederholungsimpfung gegen die wichtigsten Viruserreger der infektiösen Tracheobronchitis aktiv schützen. Fragen Sie bei der nächsten Impfung Ihren Tierarzt, ob diese Viren in dem Kombinationsimpfstoff enthalten sind.

Häufig ist jedoch dieser Schutz bei Hunden mit viel Kontakt zu fremden Hunden, bzw. bei Hunden, denen in nächster Zeit eine Streßsituation bevorsteht, nur begrenzt wirksam. In solchen Fällen sollten Sie Ihren Hund zusätzlich gegen das wichtigste Bakterium des Zwingerhustenkomplexes -Bordetella bronchiseptica- schützen.

Gegen Bordetella bronchiseptica steht ein moderner Impfstoff mit Namen Intrac® zur Verfügung. Da die Eintrittspforte für Bordetella bronchiseptica die Nasenschleimhaut ist, an der eine lokale Infektion verursacht wird, wird auch der Impfstoff direkt in die Nase geträufelt. So baut sich in kürzester Zeit dort eine Immunität auf, wo das Bakterium angreift. Durch den schnellen Immunitätsaufbau kann die Impfung auch sehr gut als Notimpfung angewendet werden, wenn unerwartete Streßsituationen für den Hund anstehen.

Von: Dr. med. vet. Martin Pauli

Zum Artikel