Int. Dackelclub Gergweis e.V. (IDG e.V.)
Int. Rasse-Jagd-Gebrauchshunde Verband e.V. (IRJGV e.V.)
Hundetraining und Pflege: Alles für Ihren Hund
Im IDG e.V. & IRJGV e.V. dreht sich alles um Hundetraining, Pflege und Vereinsaktivitäten. Erfahren Sie, wie Sie mit den richtigen Tipps das Leben mit Ihrem Hund harmonisch und artgerecht gestalten können.
IRJGV-Euregio-Siegerschau
- mit Vergabe des „Auslands-CACIB“
NEU: ab sofort zusätzliche Klassen für die Bereiche Senioren & Kastraten
Weitere Informationen zu den Neuerungen finden Sie unter der Rubrik “Aktuelles”: Rassehundeschauen-Sonderschauen - Was ist ab 2026 neu? - oder können Sie bei der Ausstellungsleitung erfragen.
Nähere Veranstaltungsinformationen zur IRJGV-Grenzland-Siegerschau Niederlande selbst, sind in der Terminübersicht zu finden.
Keine Reise ohne Heimtierpass!
Die Bundestierärztekammer rät: Tierhalter sollten sich vor dem Urlaub genau über die Einreisebestimmungen für Hunde und Katzen informieren
Reisen will gut geplant sein. Doch wenn man nicht auf Ferienzeiten Rücksicht nehmen muss, lockt schon mal ein Schnäppchen, und man will kurzentschlossen in die Ferne. Soll das Haustier – in der Regel ja der Hund – mit in den Urlaub, ist es allerdings wichtig, sich im Vorfeld gut über die Einreisebestimmungen zu informieren.
Grundsätzlich gilt: Seit dem 3. Juli 2004 muss für die Reise mit Hunden, Katzen und Frettchen innerhalb der EU ein Heimtierausweis, der von einem ermächtigten Tierarzt ausgestellt wurde, mitgeführt werden. Außerdem muss das Tier mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung mittels Tätowierung wird seit Juli 2011 nicht mehr anerkannt, es sei denn, sie wurde schon vor dem 3. Juli 2011 vorgenommen und ist eindeutig lesbar.
Neben der bei Reisen ins Ausland stets vorgeschriebenen Impfung gegen Tollwut sind in einigen Ländern weitere Besonderheiten zu beachten. So fordern Irland, Großbritannien, Malta, Finnland und Norwegen zusätzlich eine Behandlung gegen Bandwürmer (Echinokokkenbehandlung) 24 bis 120 Stunden vor der Einreise, die im Heimtierpass dokumentiert sein muss.
Schwierig ist die Reise in Drittländer: Um Probleme bei der Rückkehr in die EU zu vermeiden, muss in einem zugelassenen Labor mehrere Wochen vor der Reise ein erfolgreicher Bluttest auf Tollwut-Antikörper gemacht und in den Heimtierpass eingetragen werden, so z. B. bei Reisen in die Türkei, nach Ägypten, Marokko oder Tunesien. Allerdings empfiehlt es sich schon aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht unbedingt, mit einem Hund nach Nordafrika zu reisen.
Wichtig zu wissen: Einige Länder lehnen die Einreise von potentiell gefährlichen Hunden grundsätzlich ab, so beispielsweise Kroatien, Dänemark, Frankreich oder Großbritannien. Kompliziert ist es auch in Spanien, denn dort müssen solche Rassen (darunter auch der Akita Inu) zuvor bei der jeweils zuständigen Gemeinde registriert werden. „Damit man hier keine böse Überraschung erlebt, sollte man auf jeden Fall nochmal direkt bei der zuständigen Behörde im jeweiligen Land nachfragen. Ein Maulkorb muss aber auf jeden Fall im Gepäck sein“, rät darum Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer.
Die Bundestierärztekammer weist Tierhalter auch darauf hin, vor einer Reise unbedingt auf einen wirksamen Parasitenschutz zu achten. Tiedemann: „Besonders im Süden können Zecken und Mücken gefährliche Krankheiten wie Babesiose, Ehrlichiose oder Leishmaniose übertragen. Eine gründliche Beratung durch den Tierarzt ist darum im Vorfeld der Reise unbedingt anzuraten.“ Auskünfte zu den Einreisebestimmungen gibt es bei der jeweiligen Botschaft/Konsulat, weitere Infos auch auf der Homepage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: http://www.bmel.de/DE/Tier/HausUndZootiere/Heimtiere/_Texte/Heimtierausweis.html
Quelle: Bundestierärztekammer Berlin
Gedanken zum Ausstellungswesen im IDG und IRJGV
Lassen wir das Verbandsgeschehen einige Jahre Revue passieren, so können sich die langjährigen Mitglieder sicher an die großen Treffen von Hundefreunden auf unseren zahlreichen Sonderschauen, angeboten im gesamten Bundesgebiet und benachbarten Ausland, erinnern. 300 Hunde vieler Rassen – aber auch Schauen im IDG mit 250 Dackeln und mehr, waren keine Seltenheit und die damaligen „Welt-, Europa-, Deutschland-Siegerschauen“ knackten oft die 1000er Meldegrenze! Das waren wirklich große Meetings interessierter, engagierter Aussteller und Hundefreunde - man kam miteinander ins Gespräch- tauschte Erfahrungen aus und freute sich oft auf die nächste Veranstaltung, um gewonnene Bekannte und Freude wiederzusehen.
Doch wie sieht es heute aus? Wie hat sich dieser Bereich innerhalb des Verbandes und darüber hinaus in anderen Vereinen entwickelt? Was können wir für Rückschlüsse aus den derzeitigen Resultaten ziehen und wie können wir -wie kann der Verband- darauf reagieren, um diese -zweifelsfrei- wichtige Säule, neben der BGVP und dem Agility, den beiden Hauptangeboten des IDG und IRJGV, auch in Zukunft attraktiv und interessant anbieten zu können?
Um diese Fragen schlüssig beantworten zu können, sollten wir uns zunächst einmal mit dem Sinn und den Hintergründen des Ausstellungswesen und der Philosophie des IRJGV und IDG befassen und bewusst machen, was uns von anderen, vergleichbaren Verbänden unterscheidet bzw. unterscheiden sollte!
Hier muss man sicher unterscheiden zwischen den Interessen der Aussteller und dem eigentlichen Sinn einer Formbewertung auf einer Hundeschau: Die Besucher und Aussteller suchen, neben des gemeinsames Erlebnisses (einen schönen, unterhaltsamen Tag unter Gleichgesinnten), vor allem auch den „sportlichen Wettkampf“: Wer hat den schönsten, den besten Hund des Tages, wer erhält einen der Tagestitel? Die Grundbewertung, sicher der wichtigste Teil einer Hundebewertung nach Formwerten, wird dankbar in Anspruch genommen, wiederholt und ähnelt sich aber meist bei mehrfachen Ausstellungsbesuchen und hat somit bei weitem nicht den Stellenwert, der ihr eigentlich gebührt.
Was beinhaltet die Grundbewertung bzw. welche Aufgabe sollte sie erfüllen? Zunächst soll sie den Aussteller in allen Fragen rund um den Hund (Ernährungs- und Pflegezustand, Umgang mit dem Hund usw.) beraten. Der Richter steht auch für Fragen zur Verfügung und berät den Hundehalter entsprechend. Zudem liegt es am Richter, die Grundbewertung möglichst interessant zu gestalten. So sollten die einzelnen Bewertungskriterien anhand der Ringkarte, aber auch direkt am Hund erklärt werden. Mängel werden besprochen und die Vorzüge, die zweifelsfrei jeder Hund hat, herausgestellt. Der Richter hat sich dabei an den jeweiligen Rassestandard zu halten und diesen maßvoll und mit Verstand anzuwenden. Eine Überinterpretation hat, ebenso wie eine zu lasche Anwendung, zu unterbleiben. Gerade im IDG und IRJGV steht der gesunde Hund und nicht die Rarität im Fokus unserer Betrachtungen zu den gewünschten Zuchtzielen der einzelnen Rassen.
Fast noch wichtiger sind allerdings die Hinweise und kritischen Betrachtungen in Bezug auf den eventuellen Zuchteinsatz des betreffenden Hundes. Sollte bei diesem Hund überhaupt eine Verpaarung empfohlen oder auf Grund dagegen sprechender Kriterien davon abgeraten werden? Oder auf was sollte z.B. bei der Wahl des in Frage kommenden Rüden besonders geachtet werden? Hier stehen vor allem die sogenannten „Qualzucht- Defekte“ im Fokus der Richter: zu klein, zu groß, schlechte Pigmentierung, Modefarben, Bewegungsmängel, Kurznasigkeit, zu große Köpfe, Behaarung welche einer Hund- bzw. rassegerechter Aktivität konträr läuft und, und, und… Leider steht die Rassehundezucht auch aus diesen Gründen mehr denn je in der Kritik vieler Tierschützer und -Rechtler, aber auch etlicher Wissenschaftler, welche sich intensiv mit der Kynologie befassen. Warum gibt es Rassen, die bereits mit 10 Monaten so gut wie ausgewachsen sind aber kaum 8 bis 10 Jahre alt werden? Oder Hündinnen, die nur noch per Kaiserschnitt entbinden können. Es soll inzwischen sogar häufig eingesetzte Zuchthunde geben, die sich nicht mehr „natürlich“ paaren können. Um von diesen Hunden Nachwuchs zu bekommen, kommt dann nur noch die künstliche Besamung in Betracht - eine Praxis welche das Verbandszuchtbuch des IRJGV und IDG übrigens nicht anerkennt!

Dennoch ist, wie eingangs bereits erwähnt, für viele die Siegerausscheidung der eigentliche Höhepunkt einer Sonderschau im IRJGV und IDG. Den zwei ausgeschriebenen Tagestiteln wird scheinbar wesentlich mehr Bedeutung beigemessen als den errungenen Formwerten. Woran mag dies liegen? Ein Grund ist sicher, dass sich Menschen gerne sportlich messen. Wer ist der Beste, Schnellste, Schönste usw. Somit ist es absolut verständlich, dass manch ein Austeller eben den schönsten der schönen Vierbeiner sein Eigen nennen möchte (für ihn ist es ja ohnehin der Schönste und das sollte auch stets so bleiben). Grundsätzlich ja auch in Ordnung, solange hier kein übertriebener Ehrgeiz geweckt und akzeptiert wird, dass diese Auswahl der Richter in erster Linie subjektiv ist und hier auch, im Gegensatz zur Grundbewertung, der persönliche Geschmack der Richter eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Zudem, und damit wären wir wieder beim „sportlichen Vergleich“, zeigt sich nicht jeder Hund auf jeder Veranstaltung gleich. Einmal Sieger heißt nicht immer Sieger - was übrigens bei der Vergabe der Anwartschaften (CACIB bzw. AW-Jugendsieger) ebenso zutrifft. Vielleicht wurde der Hund heute nicht optimal vorgeführt, so dass er sein ansonsten makelloses Gangwerk nicht optimal zeigen konnte, stand nicht optimal, in dem Moment, als er vom Richter kritisch betrachtet wurde - oder aber auch ganz einfach: vielleicht war bzw. gefiel dem Richter heute einer der Mitbewerber einfach besser! Oder, oder, oder…
Leider ist gerade in letzter Zeit eine zunehmende Zahl von Ausstellern zu beobachten, die, ich möchte es fast als sehr „verbissen” bezeichnen, die Ergebnisse ihrer Hunde in der Siegerausscheidung registrieren. Nicht selten mit unschönen Reaktionen in Richtung der Richter oder auch Veranstalter (welche übrigens ebenso wie die Ausstellungsleitung überhaupt keinen Einfluss auf die Bewertung der Hunde und deren Abschneiden in den Siegerausscheidungen haben). Dieses Verhalten hinterlässt oft einen faden Beigeschmack und gibt manch einer eigentlich sehr gelungenen Ausstellung einen negativen Touch. Schade, sollten doch eigentlich ganz andere, vor allem für die Hunde wesentlich wichtigeren Dinge einen schönen Tag unter Hundefreunden kennzeichnen.
Also fasse ich abschließend die wichtigsten Punkte (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit) noch einmal zusammen, was Sinn und Wert einer Rassehundeschau ausmachen:
- Eine fundierte, umfassende Grundbewertung mit verständlichen, nachvollziehbaren Erklärungen des Richters
- Beratung in allgemeinen Fragen rund um den Hund
- Schöne Urkunden, sauber mit schöner Schrift ausgestellt
- Je nach Veranstaltung kleine Erinnerungsgaben
- Interessantes Rahmenprogramm, Info- und Verkaufsstände
- Nette Atmosphäre
- Informierte, hilfsbereite Mitarbeiter des Veranstalters
- Gute Organisation, nicht zuletzt auch während der Siegerausscheidung
Wenn es uns gelingt -und ich bin davon überzeugt, dass wir dies gemeinsam schaffen können- vor allem auch als Veranstaltungsteam vor Ort, die eigentlichen Ziele einer Hundeausstellung attraktiv und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln an den potenziellen Aussteller und Hundefreund zu bringen, werden wir auch weiterhin interessante Veranstaltungen anbieten können und auf diesem Wege neue Teilnehmer finden. Dann bleibt es uns hoffentlich erspart, den zweifelhaften Praktiken einiger konkurrierender Vereine zu folgen und z. B. für jeden Hund einen Pokal oder je nach Wahl (und Höhe des Meldegeldes!!) einen oder gar zwei Titel an einem Tag zu vergeben. Diese Dinge würden ohnehin den Grundsätzen der Philosophie unserer Verbände und unserer grundsätzlichen Einstellung zum Hund widersprechen und kämen somit nicht in Betracht.
Besinnen wir uns auf das Wesentliche – und auf das, was dem Hund und somit auch uns als Hundefreund Nutzen und Freude bringt!
Schützen wir unsere Hunde vor fragwürdigen Schauen, welche die Eitelkeiten ihrer Besitzer in den Mittelpunkt stellen. Mögen wir stets bedenken, dass unsere Sonderschauen nicht nur uns Spaß, Freude und Unterhaltung bringen sollen, sondern vor allem unseren Hunden dienen sollen!
In diesem Sinne - ich freue mich auf die nächste Ausstellung und auf ein Wiedersehen!
Uwe Thies
Hundebesuche erleichtern die Chemotherapie
Chronische Krebserkrankungen bei Kindern sind meist ein tiefer Einschnitt für die ganze Familie. US-Wissenschaftler haben nun untersucht, ob Besuche von ausgebildeten Therapiehunden die Zeit im Krankenhaus erträglicher für die kleinen Patienten und ihre Angehörigen machen können.
In den USA erhalten jedes Jahr rund 15.590 Kinder undJugendliche die Diagnose Krebs. Das verändert das Leben der ganzen Familie: Lange Krankenhausaufenthalte treten an die Stelle des früheren Lebens mit Freunden, Hobbys und Schule. Schmerzen, Übelkeit und Ängste sind tägliche Begleiter. Besonders aufreibend wird es, wenn der Krebs nach überstandener Ersttherapie wieder zurückkommt und dieBehandlungen erneut durchgestanden werden müssen.
Qualitative Studie mit 21 Teilnehmern
Diese besonders belastete Patientengruppe haben Forscher des Vanderbilt University Medical Center und eines lokalen Krankenhauses im US-Staat Tennessee in den Fokus genommen. Sie wollten herausfinden, ob hundegestützte Interventionen chronisch krebskranken Kindern den Krankenhausaufenthalt erleichtern können. An der qualitativen Studie nahmen neun Patienten zwischen drei und 17 Jahren sowie zwölf dazugehörige Elternteile teil. Sie alle beantworteten schriftlich und mündlich Fragen zu den Hundebesuchen.
Diese Besuche fanden über drei Monate hinweg alle ein bis zwei Wochen individuell in den Krankenzimmern der Patienten statt. Die Kinder und Jugendlichen durften den ausgebildeten Hund in Anwesenheit eines Elternteils sowie des Hundeführers streicheln, mit ihm spielen, ihn bürsten oder füttern.
Hundebesuche lindern Angst & Schmerz
„Tiergestützte Interventionen helfen Kindern im Krankenhausumfeld erwiesenermaßen“, fassen die Forscher im Fachblatt „Palliative Medicine Reports“ zusammen. „Sie wirken angst- und schmerzreduzierend, rufen Freude, Ablenkung und Entspannung hervor.”
Diese positiven Effekte wurden nun zum ersten Mal auch bei Kindern mit chronischen Krebserkrankungen und ihren Sorgeberechtigten nachgewiesen: Alle Befragten berichteten durchweg von positiven Erlebnissen mit dem Hund. „Die Besuche verhalfen uns zu mehr Optimismus“, berichtete der Vater eines siebenjährigen Kindes. „Der Besuchshund war eine Zeit lang der einzige Grund für unseren Sohn, sein Bett zu verlassen.“
Die einzige Kritik, die einige Studienteilnehmer äußerten, bezog sich auf den kurzen Aufenthalt des Hundes im Krankenzimmer von nur etwa 15 Minuten sowie auf die zu kleine Gesamtzahl der Besuche. Insgesamt wünschten sich sowohl die Kinder als auch deren Eltern, mehr Zeit mit dem Hund verbringen zu können. In der schwersten Zeit ihres Lebens war er ein Lichtblick am Ende des Tunnels.
Kontakt: Vanderbilt University Medical Center
Department of Pediatric Hematology/Oncology
Brittany A. Cowfer - brittany.cowfer@vumc.org
Quelle: Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft
Unsichtbare Feinde: Würmer beim Hund
Viele Tierhalter haben es selbst schon beobachtet: Der Hund rutscht mit dem Gesäß auf dem Boden herum. Dieses so genannte „Schlittenfahren“ mag putzig aussehen, hat aber meist einen ernsten Hintergrund. Es kann u.a. auf unsichtbare Feinde hinweisen: Würmer. Sie gehören neben Zecken und Flöhen zu den häufigsten Parasiten beim Hund. Doch anders als die Blutsauger im Hundefell befinden sich Würmer im Inneren des Hundes und entziehen dem Wirt oft lange unbemerkt wertvolle Nährstoffe. Und sie sind weiter verbreitet, als viele Hundehalter glauben.
Eine Ansteckung ist schnell passiert: Beim Schnüffeln am Kot befallener Tiere oder über Erde nehmen Hunde Wurmeier leicht auf. Auch der Kontakt mit Artgenossen kann für eine Infektion ausreichen, da Wurmeier häufig am Hundefell haften. Bei bis zu 200.000 winzigen Eiern, die einzelne Rundwurmarten täglich im Darm abgeben und die mit dem Kot ausgeschieden werden, ist das nicht verwunderlich. Und selbst Daheim ist eine Infektion möglich, wenn die robusten Eier mit den Schuhen in die Wohnung getragen werden.
Eine unsichtbare Gefahr für die Hundegesundheit
Besonders häufig sind Hunde von Spulwürmern und Hakenwürmern befallen. Beide Wurmarten können auch schon im Mutterleib auf den Hundewelpen übergehen oder mit der Muttermilch übertragen werden. Denn infolge der Trächtigkeit kommt es zu einer Reaktivierung ruhender Wurmlarven, die in den Organen infizierter Hündinnen überdauern.
Viele Hunde werden so gleich zu Beginn ihres Lebens mit Würmern infiziert. Während Zecken mit bloßem Auge zu erkennen sind und ständiges Kratzen auf einen Befall mit Flöhen hindeutet, sehen Sie dem Hund allerdings meist nicht an, wenn ihn etwas „wurmt“. Bei erwachsenen Hunden macht oft erst ein sehr starker Befall durch Gewichtsabnahme, Blutarmut oder Darmverschluss auf sich aufmerksam. Die so genannten Endoparasiten im Körperinneren können aber besonders für Welpen und Jungtiere zur ernsthaften gesundheitlichen Gefahr werden. Anders als erwachsene Tiere kommt es bei ihnen häufig zu Erbrechen und Durchfall. Entwicklungsstörungen infolge von Blut- und Nährstoffmangel bis hin zum Tod können die Folge sein.
Eine regelmäßige Behandlung gegen die unsichtbaren Mitbewohner verfolgt indessen nicht nur den Zweck, den eigenen Vierbeiner vor gesundheitlichen Schäden zu bewahren, sondern soll zugleich verhindern, dass er Wurmeier ausscheidet, die auf andere Tiere oder den Menschen übertragen werden.
Kann das individuelle Infektionsrisiko eines Tieres nicht eindeutig eingeschätzt werden, sollte mindestens viermal im Jahr Kot untersucht oder entwurmt werden. Denn Studien belegen laut ESCCAP, dass 1-2 Entwurmungen im Durchschnitt keinen ausreichenden Schutz bieten.1
Zoonose-Gefahr für den Menschen
Insbesondere der Spulwurm hat ein erhebliches Zoonose-Potential. Von einer Zoonose ist dann die Rede, wenn es zu einer Übertragung auf den Menschen kommt. Das heißt im Falle des Hundespulwurms: Menschen mit engem Kontakt zu nicht entwurmten Tieren können sich leichter infizieren! Häufig betroffen sind Kinder. Für den Hundespulwurm ist der Mensch allerdings ein Fehlwirt. Er kann sich in ihm nicht bis zum ausgewachsenen Wurm entwickeln. Wandern allerdings die Larven im Menschen umher, können sie Nervenbahnen, Auge und Gehirn schädigen. Erblindung, Störungen der Motorik und Epilepsie sind mögliche Folgen.
Deshalb ist es wichtig vorzubeugen. Laut dem europäischen Expertengremium ESCCAP gehört der Schutz vor Flöhen, Zecken und Würmern zur Grundversorgung von Hunden und Katzen, die in Deutschland gehalten werden. Je nachdem wie das Tier gehalten und ernährt wird, ist das Risiko für einen Befall mit diesen Parasiten unterschiedlich groß.2
Wurmarten mit unterschiedlich starker Verbreitung
Spulwürmer sind besonders weit verbreitet. Rund 7,2 Prozent der Hunde in Deutschland sind laut Untersuchungen Träger dieser Wurmart.3 Bei Hunden im Alter bis zu drei Monaten kann der Wert allerdings mit bis zu 58 Prozent noch deutlich höher liegen. Da die Eier von Spulwürmern bis zu vier Jahre in der Umwelt überleben, tragen unbehandelte Tiere auch zur Kontaminierung ihrer Umgebung bei. In Studien weisen bis zu sieben Prozent der Kot-, Erd- und Sandproben aus öffentlichen Park- und Grünanlagen einen entsprechenden Befall auf.4
ESCCAP empfiehlt in Einzelfällen bei hohem Infektionsrisiko und engem Zusammenleben mit kleinen Kindern oder immungeschwächten Personen eine Behandlung gegen Spulwürmer zwölfmal im Jahr, wenn das Ausscheiden infektiöser Spulwurmstadien garantiert ausgeschlossen werden soll.1
An zweiter Stelle folgen die Hakenwürmer mit im Schnitt 2,8 Prozent betroffenen Tieren in Deutschland.3 In der Regel siedeln sie sich im Dünndarm an, ernähren sich von Blut und schwächen den Hund. Hakenwurmlarven können auch über die Haut eindringen und Entzündungen der Haut und Juckreiz auslösen. Für kranke, geschwächte und sehr junge Hunde kann der Hakenwurm sehr gefährlich werden und sogar zum Tod führen. Wird er auf den Menschen übertragen, bohren sich die Larven durch die Haut, wandern durch den Körper und können Blutungen in den Eingeweiden, Bauchschmerzen und Durchfall verursachen.
Peitschenwürmer sind mit ca. 1,3 Prozent befallener Vierbeiner seltener als Spul- und Hakenwürmer und leben im Dickdarm des Hundes.3 Dort entwickeln sich die Wurmeier, die mit dem Maul aufgenommen wurden. Etwa drei Monate nach der Infektion produziert der geschlechtsreife Peitschenwurm Eier, die mit dem Kot ausgeschieden werden und so in die Umgebung gelangen.
Bandwürmer kommen in Deutschland nur selten vor. Das Risiko, an einer von Bandwürmern hervorgerufenen Echinokokkose zu erkranken, die vor allem Leber und Lunge schädigt, ist für den Menschen vergleichsweise gering. Im Durchschnitt erfasst das Robert-Koch-Institut pro Jahr etwa 25 Erkrankungen mit dem Fuchsbandwurm und weitere 70 Erkrankungsfälle, die durch den Hundebandwurm ausgelöst werden, von denen die meisten aus dem Ausland stammen.4 Der Hundebandwurm ist in erster Linie im Mittelmeerraum beheimatet. Laut ESCCAP liegt die Befallsrate in Deutschland nach neuesten Untersuchungen bei unter 0,3 Prozent.1
Im Vergleich zu letzteren kommen die äußeren Blutsauger Floh und Zecke deutlich häufiger beim Hund vor. Neuere Entwicklungen machen eine Kombination gegen verschiedene Parasitengruppen in einer Behandlung möglich.
Zecken lauern überall! Egal ob im heimischen Garten oder beim täglichen Spaziergang - Hund und Halter streifen die Zecke z.B. vom Grashalm ab und fangen sich so einen unliebsamen und NICHT ungefährlichen „Gast” ein. Foto:©Convergo GmbHGefahr durch Zecken minimieren

Zecken gehören zu den sogenannten Ektoparasiten, die sich auf dem Körper des Tieres befinden. Sie sind äußerst hartnäckig und können verschiedene Krankheiten beim Hund auslösen: Lyme-Borreliose, Anaplasmose oder Babesiose. Eine neue Zeckenart in Deutschland ist die Auwaldzecke, die sich über Südeuropa ausgebreitet hat und den Erreger der Babesiose überträgt. Die als Hundemalaria bekannte Krankheit ist besonders gefährlich, weil sie die roten Blutkörperchen zerstört. Ohne Behandlung kann sie zum Tod führen.
Vor Flöhen regelmäßig schützen
Die meisten Hunde machen im Laufe ihres Lebens auch häufiger Bekanntschaft mit Flöhen, die von Tier zu Tier übertragen werden und sich rasant vermehren. Starker Flohbefall führt beim Hund zu Entzündungen der Haut und zu Blutarmut. Das Tier wird nervös, das Fell struppig. Gehen Flöhe auf den Mensch über, leidet auch er unter juckenden Flohstichen. Außerdem können Flöhe den so genannten Gurkenkernbandwurm übertragen. Schützt man den Vierbeiner regelmäßig vor Flöhen, so reduziert sich das Risiko einer Infektion mit dem Gurkenkernbandwurm.
Parasitenschutz gibt es in verschiedenen Darreichungsformen, z.B. zum Auftragen auf die Haut oder zum Eingeben. Beim Tierarzt sind inzwischen Mittel erhältlich, die gleichzeitig vor mehreren inneren und äußeren Parasitenarten schützen. Je umfassender der Parasitenschutz, umso weniger verschiedene Mittel müssen eingesetzt werden.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.zecken-im-fell.de und
www.parasiteparty.com
Text & Fotos: Convergo GmbH
Quellennachweise:
1) ESCCAP: Bekämpfung von Würmern (Helminthen) bei Hunden und Katzen. Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 1, Juli 2014.
2) www.esccap.de/parasiten/basisvorsorge/; Datenstand 03.02.2016
3) Barutzki D, Schaper R, Results of Parasitological examinations of fecal samples of cats and dogs in Germany between 2003 and 2010. Parsitol Res 2011; 109: 45–60.
4) Krutzer E. et al, Zur Kontamination öffentlicher Grünflächen und Kinderspielplätzen mit Toxocara-Eiern in österreichischen Städten. Tropenmed. Parasitol. 19, 1997.
5) survstat.rki.de; Datenabfrage 2001-2015
Familienzuwachs
Wie Kind und Hund miteinander vertraut werden
Schwangeren Hundehalterinnen und jungen Müttern mit Hundewunsch geht oft dieselbe Frage durch den Kopf: Baby und Hund aneinander gewöhnen - klappt das? Damit der Familienzuwachs für alle eine Bereicherung wird, kommt es nicht so sehr darauf an, wer von beiden zuerst da war. Vielmehr müssen Kind oder Hund gut auf den Neuankömmling vorbereitet werden.
Ein Baby kommt in die Familie mit Hund
Ein zukünftiger Familienhund sollte schon früh an den Kontakt mit Kindern gewöhnt werden und möglichst ausgewachsen sein, bevor der Nachwuchs eintrifft. In der Familie sollte er seinen festen Platz haben und klare Regeln kennen. „Dinge, die er nicht mehr darf, wenn das Baby da ist, sollte er von Anfang an nicht dürfen, damit er später sein normales Leben weitgehend fortsetzen kann“, so die gelernte Erzieherin und Hundetrainerin Manuela van Schewick aus Meckenheim.
Mit Hilfe einer gebrauchten Windel können frisch gebackene Eltern ihren Vierbeiner schon vorab mit dem Geruch ihres Babys vertraut machen.
Nach dem Krankenhausaufenthalt sollten Hund und Kind von der ersten
Minute an kontrollierten Kontakt haben. „Der Hund sollte Aktionen mit dem Baby als positiv empfinden“, erklärt van Schewick, „egal ob er beim Stillen daneben liegt oder seine Familie am Kinderwagen begleitet.“ Ganz wichtig: Das Kleinkind auf keinen Fall mit dem Hund alleine lassen.
Ein Hund kommt in die Familie
Ist das Kind zuerst da, ist vor allem eine gewissenhafte Auswahl des Hundes wichtig. Entscheidend ist dabei sein Wesen; Alter und Rasse spielen eine untergeordnete Rolle. „Sicherheit und Gelassenheit im oft turbulenten Familienalltag, gute Unterordnungsbereitschaft und eine freundliche Grundstimmung des Hundes sind unverzichtbare Eigenschaften“, weiß van Schewick. Auch die frühe Prägung und Sozialisierung des Vierbeiners ist besonders wichtig: „Es muss darauf geachtet werden, dass der Hund in den ersten fünf bis sieben Lebenswochen intensiven Kontakt mit Kindern hatte und gute Erfahrungen im Umgang mit ihnen machen konnte.“
Wenn der Hund ins Haus kommt, sollte das Kind schon alt genug sein, um einfache Erklärungen zum Umgang mit ihm verstehen zu können, also etwa vier bis fünf Jahre. Hilfreich ist auch, wenn es bereits an Tiere gewöhnt ist. Um Eifersüchteleien zu vermeiden, sollte der Nachwuchs in alles mit einbezogen werden, was den Hund betrifft.
„Ob Familien mit Kind einen Hund anschaffen oder Hundehalter ein Baby bekommen“, resümiert van Schewick, „entspannter ist es in jedem Fall, wenn man die Babyphasen der beiden nacheinander genießen kann, denn beide brauchen viel Aufmerksamkeit und bringen Veränderungen in den gewohnten Alltag.“
Und ganz wichtig in jedem Haushalt mit Kind und Vierbeiner: Immer die grundlegenden Hygienemaßnahmen, wie Händewaschen nach Tierkontakt, besonders vor dem Essen, beachten und die Gesundheitsvorsorge für das Tier, wie z. B. Impfungen und regelmäßige Entwurmungen, nicht vergessen.
Quelle: IVH
Wenn der Hund Kot frisst
3 Tipps, die helfen können
Wenn Ihr Hund Kot frisst ist das nicht nur sehr unangenehm, Ihr Hund kann durch die Aufnahme verschiedener Krankheitserreger oder Parasiten wie Spulwürmern, Giardien oder Salmonellen auch erkranken. Zudem können Hunde so zu einer Infektionsquelle für ihre Umgebung werden. Für bestimmte Hunderassen kann Kotfressen unter Umständen sogar zu schweren Erkrankungen führen. Erfahren Sie hier, worauf in solchen Fällen zu achten ist.
„Kotfressen geht nicht nur mit einer erhöhten Infektionsgefahr für den Hund einher, sondern ist auch ein hygienisches Problem für den Umgang mit dem Hund und kann in bestimmten Situationen sogar zu schwerwiegenden akuten Erkrankungen führen, so dass dem Hund dieses Verhalten dringend abgewöhnt werden sollte. Gefährlich werden kann die Aufnahme von Pferdekot, wenn nämlich die betreffenden Pferde zuvor mit makrozyklischen Lactonen (in bestimmten Wurmkuren) behandelt wurden. Insbesondere für Hunde mit MDR1-Gendefekt – dieser Defekt tritt bei bestimmten Hunderassen wie Collies, Shelties, Australien Shepherd oder Deutscher Schäferhund auf und führt zu einer Überempfindlichkeit gegenüber manchen Arzneimitteln“, rät der Veterinärparasitologe Prof. Dr. Georg von Samson-Himmelstjerna, Vorsitzender der Expertenorganisation ESCCAP Deutschland und Direktor des Instituts für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin. Worauf Sie sonst noch achten und was Sie tun sollten, wenn Ihr Hund Kot frisst, erfahren hier:
1. Zum Tierarzt gehen und auf Hygiene achten
Koprophagie, wie Kotfressen wissenschaftlich genannt wird, kann auch körperliche Ursachen haben, wie beispielsweise eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Dies kann nur Ihr Tierarzt feststellen. Aber auch wenn keine körperliche Ursache vorliegt, ist ein Besuch beim Tierarzt notwendig, da er zudem einen Befall mit Parasiten ausschließen oder behandeln sollte, beispielsweise mittels einer Kotprobenuntersuchung oder Entwurmungsbehandlung.
Zudem ist es wichtig bei Koprophagie auf eine konsequente Hund- und Handhygiene zu achten. „Sie können selbst bereits einiges für Ihren Hund tun“, erklärt der Experte. „Grundsätzlich ist es hilfreich, für eine ausreichende Hygiene zu sorgen und Hundehaufen umgehend zu entfernen. Durch Anleinen hindern Sie Ihren Hund am Stöbern und ein Maulkorb unterbindet in dieser Phase das Kotfressen.“
2. Verhaltenstherapeutische Maßnahmen
Liegen keine körperlichen Ursachen zugrunde, dann sind verhaltenstherapeutische Maßnahmen durch einen erfahrenen Hundetrainer unter Umständen sinnvoll. Hier rät Veterinärparasitologe von Samson-Himmelstjerna, stressige Situationen für den Hund zu vermeiden und insbesondere für ausreichend Beschäftigung zu sorgen. Sein Tipp: „Lassen Sie Ihren Hund beim Gassi-Gehen beispielsweise den Futterbeutel tragen.“
3. Finger weg von alternativen Mitteln gegen Kotfressen
Vorsicht bei der Anwendung von im Internet angepriesenen Hausmitteln wie Heilerde, Hefe oder Pfeffer. Die Anwendung von solchen Hausmitteln ist wissenschaftlich nicht untersucht, weshalb weder ein Nutzen nachgewiesen noch eine Unschädlichkeit für Ihren Hund ausgeschlossen werden kann – so Prof. von Samson-Himmelstjerna. Als gute Akuthilfe gegen Kotreste im Schnauzenbereich stellt das Fressen eines ganzen Apfels dar, da so auch die Zahnzwischenräume gesäubert werden können.
Viele weitere Informationen und hilfreiche Tipps rund um das Thema Parasiten sowie die Anmeldung zum ESCCAP-Newsletter finden Sie online auf:
www.esccap.de und www.hund-katze-wuermer.de
Tipps, wenn Ihr Hund Kot frisst:
- Sorgen Sie für eine stressfreie, liebevolle und saubere Umgebung für Ihren Hund -
- Klären Sie mögliche körperliche Ursachen beim Tierarzt ab
- Stellen Sie insbesondere bei Hunden mit MDR1-Gendefekt sicher, dass kein Pferdekot aufgenommen wird
Quelle: ESCCAP/vetproduction GmbH