30.03.2020 14:44 Alter: 1 Jahre
Category: Aktuelles

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Vorsichtsmaßnahmen für Besitzer von Hunden oder Katzen

Alles wird gut!
Alles wird gut! Foto©shutterstock.com/JavierBrosch

Das Friedrich Loeffler-Institut (FLI) veröffentlichte am 06.08.20 eine überarbeitete Version zum Umgang mit Haustieren in Zeiten der Corona-Pandemie. Darin findet sich ein Hinweis auf eine italienische Studie.

In Norditalien, das von der Pandemie besonders stark betroffen war, untersuchte man Hunde und Katzen. Dabei stellten die Forscher fest, dass bei zwischen 3 und 4% der Katzen UND?Hunde, Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachgewiesen werden konnten.

Die Studien und gemeldeten Fälle erlauben allerdings keine Rückschlüsse darauf, ob Heimtiere Virusmengen ausscheiden, die für eine Infektion des Menschen ausreichen. Ob solche Infektionen tatsächlich stattfinden können, muss weiter untersucht werden. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass Haustiere Menschen angesteckt haben. Die Haltung von Katzen wurde nicht als Risikofaktor identifiziert. Auch bei der SARS-CoV-Epidemie im Jahr 2003 kam es zu Infektionen bei Katzen, ohne dass dies für eine Weiterverbreitung relevant war.

Diese Nachweise ändern daher derzeit die Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts nicht: Haustiere spielen nach dem jetzigen Kenntnisstand epidemiologisch KEiNE Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2/Covid-19.  
Diese Einschätzung ist für Katzen- und Hundehalter beruhigend zu wissen!

Seit 01. Juli 2020: MELDEPFLICHT für Haustiere mit Corona-Infektionen

Dies bedeutet: Bei Sars-CoV-2-positiv bestätigten Menschen leben Hund, Katze oder Frettchen. Das Haustier zeigt Symptome, wie Schnupfen, Fieber, Husten und ein Tierarztbesuch wird notwendig.

Wichtig: Eine Verpflichtung zur Durchführung eines Corona-Tests, besteht für den Halter NICHT.

Wird ein Test durchgeführt (als Halter möchte man schließlich unbedingt die Ursache der Krankheitssymptome in der Regel abgeklärt wissen, um eine adäquate Behandlung zu gewährleisten) und das Ergebnis ist Sars-CoV-2-positiv – so besteht Meldepflicht!

Hierzu weist das FLI auf folgende Punkte hin:
Eine Meldepflicht ist eine Informationspflicht über den Nachweis der Infektion bei einem Tier. Es besteht aber keine Untersuchungspflicht. Im Falle eines positiven Ergebnisses muss das Labor oder der Tierarzt dies dem Veterinäramt mitteilen. Das Veterinäramt meldet den Fall an das Tierseuchennachrichtensystem (TSN). Es handelt sich also um eine reine Informationspflicht.

Aus der Meldepflicht selbst ergeben sich keine Bekämpfungsmaßnahmen. Allerdings kann das Veterinäramt Maßnahmen wie Quarantäne anordnen.

Zur Meldung verpflichtet sind die Leitungen der Veterinäruntersuchungsämter, der Tiergesundheitsämter oder sonstiger öffentlicher oder privater Untersuchungsstellen. Auch Tierärzte, die in Ausübung ihres Berufes die Krankheit feststellen, müssen positiv getestete Tiere melden, es sei denn, Probenmaterial von dem betroffenen Tier ist bei einer der genannten Stellen untersucht worden. Die Kosten für die Untersuchung trägt üblicherweise der/die Tierbesitzer/Tierbesitzerin (wenn ein besonderes wissenschaftliches Interesse am Testergebnis besteht und ein Verdacht auf eine Infektion begründet ist, kann mit dem Veterinäramt über eine Übernahme der Kosten gesprochen werden).

Verhaltensregeln im Umgang mit Haustieren:

1) Für den gesunden Besitzer:

  • Vermeiden Sie engen Kontakt mit Ihrem Haustier, insbesondere im Gesicht.
  • Waschen Sie Ihre Hände nach dem Kontakt mit dem Haustier und insbesondere nach der Wartung einer Katzentoilette oder Schüssel mit Seife
  • Halten Sie während des Spaziergangs Abstand zu anderen Hunden
  • Halten Sie den Hund von (fremdem) Kot fern
  • Entfernen Sie den Kot Ihres Hundes in einem geeigneten Einmalbeutel und entsorgen ihn im Hausmüll
  • Reinigen Sie die Pfoten Ihres Hundes nach dem Spaziergang mit milder Seife
  • Das Haustier sollte keinen Zugang zur menschlichen Schlafstätte haben

2) Für einen durch SARS-CoV2-kontaminierten Eigentümer:

  • Haustiere von Virus-positiven menschlichen Patienten, im Haus halten 
  • Für den kontaminierten Patienten gilt die Einhaltung der Hygienevorschriften (Reinigung und Desinfektion der Hände) um eine Übertragung von Mensch zu Mensch ebenso zu vermeiden wie eine Übertragung auf Haustiere
  • Lüften Sie die Räumlichkeiten und reinigen Sie den Boden mit einem Haushaltsreiniger
  • Zur Beachtung für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere in diesen Haushalten:
    • Benennung einer nicht kontaminierten nahestehenden Person zur Fütterung und Pflege/Unterbringung des Tieres
    • Reservieren Sie separate Oberflächenkleidung für die Pflege dieser Tiere, wechseln Sie diese am Wohnungseingang und vor dem Verlassen der Wohnung, um den Kontakt zwischen Innen- und Außenkleidung zu vermeiden
    • Halten Sie Halsband und Leine am Eingang bereit, ohne Kontakt mit dem positiven Patienten zu haben
    • Aufrechterhaltung des gewohnten Gehwegs des Hundes, indem er von anderen Tieren ferngehalten wird und seine Fäkalien gesammelt werden
    • Reinigen Sie die Pfoten vor und nach dem Spaziergang mit milder Seife.
    • Die gleichen Maßnahmen sind anzuwenden, wenn der Eigentümer ins Krankenhaus eingeliefert wird.

Denken Sie immer daran: Das Infektionsrisiko geht grundsätzlich nicht vom Hund/der Katze aus, sondern von den möglicherweise infizierten Besitzer/innen!

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut/FLI/Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (Stand: 06.08.20)