08.07.2011 00:00 Alter: 9 Jahre
Category: Aktuelles

FAQ – Mikrochip oder Tätowierung?

Wann ist die Kennzeichnung eines Hundes notwendig, sinnvoll, oder ist sie sogar verpflichtend?

Mikro-Chip oder -Transponder – Größenbeispiel – Foto: virbac
Mikro-Chip oder -Transponder – Größenbeispiel – Foto:©virbac

Hier die häufigsten Fragen zum Thema:

Frage: Mein Hund ist bisher nicht gekennzeichnet, also weder tätowiert, noch gechipt. In welchem Zeitraum muß ich das jetzt nachholen lassen?

Antwort: Es besteht KEINE ALLGEMEINE Kennzeichnungspflicht für Hunde in Deutschland!
ABER: Wenn Sie Ihren Hund mit auf Reisen in EU-Länder (oder außereuropäische Länder) nehmen möchten, dann trifft diese Kennzeichnungspflicht auf jeden Fall zu.
a) Für diese Tiere muß nämlich ein Paß -und zwar der blaue EU-Heimtierausweis- nach einheitlichem Muster mitgeführt werden, wenn sie in der EU grenzüberschreitend verbracht werden.
b) Dieser EU-Heimtierausweis muß dem Tier eindeutig zugeordnet werden können, d. h. das Tier muß mittels Mikrochip (ab 03.07.2011 ist für Neukennzeichnungen keine Tätowierung mehr zulässig) identifizierbar und die Kennzeichnungs-Nummer in den Paß eingetragen sein.
c) Vorgeschrieben für die Mikrochips sind ISO-Normen (11784 bzw. 11785 Lesegeräte) – bei anderen Standards muß der Tierhalter das Ablesegerät für eventuelle Kontrollen an Grenzübergängen, selber zur Verfügung stellen.
d) Neben Angaben zum Tier und seinem Besitzer muß der Paß außerdem den tierärztlichen Nachweis enthalten, daß das Tier über einen gültigen Impfschutz gegen Tollwut verfügt.
e) Die Ausweise können ausschließlich von praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzten nur in der EU und nur in dem Geburtsland des Tieres ausgestellt werden.

UND: Paß, Kennzeichnung und Impfung sind verbindliche Bestandteile der EU-Anforderungen.
- Für nicht gekennzeichnete Tiere kann der EU-Heimtierausweis nicht ausgestellt werden.
- Für Tiere, die nicht auf Reisen ins Ausland mitgenommen werden, reicht weiterhin der gelbe „Internationale Impfpaß“ aus.

Frage: Habe ich Sie richtig verstanden? Wenn ich meinen Hund grundsätzlich nicht auf Reisen ins Ausland mitführe, benötige ich weder den EU-Heimtierausweis, noch einen Mikrochip?

Antwort: Das ist grundsätzlich schon richtig.
ABER: Deutschland wäre nicht Deutschland, gäbe es da nicht „anderweitige“ Vorschriften, die in den Bundesländern verschieden, aufgrund der Gefahrhunde-Verordnungen, Landeshundegesetze usw., zum Tragen kommen könnten …
a) Von Ordnungsbehörden kann für den Identitätsnachweis bestimmter Rassen (sogenannter „Listenhunde“) – oder, wie z.B. in NRW, auch Hunde über 20 kg Körpergewicht, bzw. 40 cm Widerristhöhe, eine fälschungssichere Kennzeichnung mit Mikrochip verfügt werden.
b) Diese Vorschriften gelten aber nicht erst seit Anfang Juli 2011, sondern sind seit beinahe 10 Jahre in Kraft!

Frage: Weder „Listenhund“ oder Reisen ins Ausland trifft für meinen Hund zu. Sollte ich meinem Hund trotzdem einen Chip setzen lassen?

Antwort: Unsere Empfehlung: Ja!
Aus Sicherheitsgründen, wie z.B. Identifizierung bei Verlust des Tieres, können wir Ihnen die Kennzeichnung mit dem Mikrochip nur empfehlen. Durch den gängigen ISO-Standard (international genormt) der Chip-Systeme (Transponder und Lesegeräte) ist gewährleistet, daß die Identifikationsnummer einem einzigen Tier zuzuordnen ist.
Und Sie vermeiden unnötigen Aufwand, falls sich dann doch einmal eine Reise über die deutschen Grenzen hinaus, nicht vermeiden läßt.

Frage: Gibt es wirklich eine Chance, bei Verlust des Hundes, aufgrund der Chip-Kennzeichnung den Hund an den Besitzer zurück zu führen?

Antwort: Ja – durchaus!
ABER:
Der Besitzer MUSS natürlich die Identifikationsnummer und seine Besitzerangaben bei einem Haustierregister (KOSTENFREI möglich z.B. im Deutschen Haustierregister des Dt.Tierschutzbundes www.findefix.com oder bei
TASSO www.tasso.net usw.) verzeichnen lassen. Sonst ist die beste Kennzeichnung zwecklos.

Frage: Sollte -oder muß nicht- bereits der Züchter vor der Welpenabgabe den Chip setzen lassen?

Antwort: Das ist die Entscheidung des Züchters.
a) Auch wenn die Hersteller der Transponder argumentieren, daß „in der Regel der Chip nicht im Körper wandert, wenn er ordnungsgemäß eingesetzt wurde“, so haben Erfahrungen aus den vergangenen Jahren dennoch gezeigt, daß es zu erheblichen Verschiebungen eines Transponders kommen kann, wenn dieser im Welpenalter eingesetzt wurde. Vornehmlich bei großen Rassen besteht die Möglichkeit, daß der Chip sich im erwachsenen Zustand nicht mehr an der „üblichen“ Stelle (linke Halsseite) befindet und unauffindbar bleibt, bzw. mit dem Lesegerät nicht mehr zu orten ist.
b) Die Folgen daraus: Ein neuer Mikrochip muß gesetzt werden und die entsprechenden Erstregistrierungen abgeändert werden.
c) Ratsam ist daher, den Transponder in etwa um das erste Lebensjahr (Größenwachstum ist einigermaßen abgeschlossen) setzen zu lassen.

Frage: Das heißt also, der Mikrochip hat nichts mit der Züchtung an sich, mit der Gesundheit oder sogar Rassereinheit zu tun?

Antwort: Genau das!
Früher argumentierten Organisationen, daß „nur tätowierte Tiere reinrassig und wertvoll wären“. Heute wird von genau denselben „Fachleuten“ fast lapidar erklärt, was wir IMMER entgegnet haben: Die Tätowierung ist schmerzhaft, keinesfalls fälschungssicher, in den allermeisten Fällen bei erwachsenen Tieren nicht mehr ablesbar – und vor allen Dingen niemals einmalig deutschland-, oder europaweit – deshalb für einen Identitätsnachweis absolut ungeeignet. Fast schon stumpfsinnig, daß die gleichen Aussagen heute wiederum auf eine neue Kennzeichnungsmethode gebracht werden…
a) Wie soll eine Kennzeichnung durch einen Chip, die frühestens um die 8. Lebenswoche stattfindet, „Auswirkungen“ auf die Abstammung, Rassereinheit oder Gesundheit haben?
b) Wird ein Welpe nach einer Kennzeichnung plötzlich „rassisch wertvoller, gesünder“? Wohl kaum!

Frage: Soll nur der Tierarzt den Transponder einsetzen, oder könnte dies nicht auch von Zuchtwarten eines Zuchtverbandes vorgenommen werden?

Antwort: Gegenfrage: Warum sollte jemand anderes als ein Tiermediziner die Injizierung des Transponders vornehmen wollen?
a) Weil Vereinsfunktionäre (sogenannte Identifikations-Beauftragte – ja die gibt es tatsächlich!) ihre „Spezialgebühren“ für ihre eigenen Welpenkennzeichnungs-Aktionen erheben können.
b) Warum sollte ein Züchter oder Welpenkäufer das Risiko einer unfachmännischen (womöglich hygienisch problematischen) Setzung eines Transponders durch einen Nicht-Veterinärmediziner zustimmen?
c) Wenn schon ein Mikro-Chip gesetzt wird, ist es vernünftig, gleichzeitig den EU-Heimtierausweis zu beantragen. Und diesen wiederum gibt es ausschließlich beim Tierarzt!

Für weitere Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle sehr gerne und jederzeit zur Verfügung.
Ihre Kontaktaufnahme richten Sie per E-Mail (gerne über das Kontaktformular auf dieser Seite) per Telefon: 08547/396 oder Fax: 08547/287.

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