01.04.2020 11:12 Alter: 172 Tage
Category: Zucht und Aufzucht

Welpenverkauf – während der Corona-Ausgangsbeschränkungen

BEDINGT gute Nachrichten für Rassehundezüchter

Foto©shutterstock.com/framsook
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Auf eine Anfrage seitens des IRJGV e.V./IDG e.V. an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL in Bonn) vom 31.03.2020, wurde folgende verbindliche Antwort gegeben:

Die Fahrt zum Käufer ist möglich.
Bitte beachten Sie hierbei jedoch die örtlichen Bestimmungen bzgl. bestehender Kontaktsperren und/oder Ausgangsbeschränkungen.

Das Bringen eines verkauften Rassehund-Welpen, durch den Züchter (= Verkäufer) an die Käufer-Adresse ist möglich – jedoch NICHT grenzüberschreitend!

Vorher ist dringend Folgendes abzuklären:

  • Stehen die Käufer unter häuslicher Quarantäne? (am besten schriftlich bestätigen lassen)
  • Besteht für den Wohnort des Käufers (Gemeinde, Landkreis) eine Ausgangssperre (z.B. in der Oberpfalz)?
    In diesen vorgenannten Fällen wäre ein Überbringen eines Hundewelpen komplett ausgeschlossen!

Steht der Züchter selbst, oder ein Mitglied der häuslichen Gemeinschaft unter häuslicher Isolation, darf eine Welpenabgabe in dieser Zeit auf keinen Fall erfolgen!

Gibt es im nahen Umfeld (Familie) des Welpenkäufers keine verordnete, häusliche Isolation, aufgrund einer SARS-CoV2-Infektion, hat der Züchter mit dem Welpenkäufer natürlich auch andere Absprachen im Vorfeld zu treffen:

Wie kann die Welpenübergabe ohne ‚engen, persönlichen Kontakt‘ ablaufen?

Antwort:
Jedenfalls NICHT in der Wohnung des Welpenkäufers, sondern im Hausflur, im Garten, der Hofeinfahrt usw.

Die Übergabe des Welpen darf nur zwischen zwei Personen ablaufen – dem Züchter/Verkäufer und dem Käufer – also ausschließlich mit EINER verantwortlichen Person aus der Käuferfamilie!!!

  • Bewahren Sie unbedingt den empfohlenen Abstand zum Welpenkäufer von mindestens 2 m
  • Kein Händeschütteln usw.

Als praktikabel erscheint uns die Übergabe des Welpen in einer geeigneten Box, die zum einen im Auto als sicheres Transportmittel für den Welpen dient und zum anderen, vom Welpenkäufer -unter Einhaltung des Abstandes zwischen den beiden Personen- übernommen/geöffnet werden kann.

Der Welpe kann daraus im Garten, im Flur usw., vom Käufer sicher entnommen werden, die Box durch den Züchter wieder zurückgenommen werden.
Zur Sicherheit können Züchter und Welpenkäufer Einmal-Handschuhe tragen (der Käufer sich anschließend gründlich die Hände waschen).

Der Züchter entsorgt die Einmalhandschuhe am besten in die am Haushalt vorhandene Mülltonne oder in den nächstgelegenen Abfalleimer. Gründliches Händewaschen bei Rückkehr nach Hause ist selbstverständlich.

Wichtige Hygiene-Hinweise für den Welpenkäufer (= gesunder Besitzer) und deren Familie:

  • Vermeiden Sie zu engen Kontakt mit Ihrem Haustier, insbesondere im Gesicht (Kinder!!)
  • Waschen Sie Ihre Hände nach dem Kontakt mit dem Haustier und vor allem nach der Wartung von Futter-Schüssel und Liegeplatz, mit Seife
  • Halten Sie während des Spaziergangs Abstand zu anderen Hunden
  • Halten Sie den Hund von (fremdem) Kot fern
  • Entfernen Sie den Kot Ihres Hundes IMMER in einem geeigneten Einmalbeutel und entsorgen ihn im Hausmüll
  • Keine Häufchen im eigenen Garten liegen lassen!
  • Reinigen Sie die Pfoten Ihres Hundes nach dem Spaziergang mit milder Seife
  • Dringend die weiteren Hygiene-Hinweise unseres Beitrages ALSO DOCH beachten!

Der Züchter sollte unserer Ansicht nach unbedingt die Rechnung für den Welpenverkauf (mit vollständiger Anschrift des Käufers) mit sich führen – auch einen Beleg darüber, dass der -sich im Auto befindliche- Welpe, bereits vom Empfänger bezahlt ist.
Daher ist auch eine entsprechende BARGELDLOSE Abwicklung des Welpenverkaufes, im Vorfeld notwendig. Die Angaben zum Hund sind auf der Rechnung zu benennen (ZB-Nr., Chip-Nr.).

Empfehlenswert könnte auch sein, den ‚Züchter-Nachweis‘ von IDG oder IRJGV mit sich zu führen. Dieser Nachweis ist jedem Rassehundezüchter unseres Verbandes einfach möglich, indem er die Zwingerschutzmappe, oder -älter- das Zwingerbuch unseres Verbandes mit sich führt.
Auf dem jeweiligen Deckblatt ist deutlich vermerkt, dass es sich um einen angeschlossenen Züchter unseres Verbandes handelt und er daher zum Zweck des Welpentransportes zur Käuferanschrift (sozusagen als „Lieferung“) unterwegs ist.

Es klingt alles ‚ein wenig‘ umständlich und kompliziert – und das ist es auch!

Dennoch: Auch wenn der Aufwand sich für Züchter und Käufer intensiviert, so bietet diese Lösung trotzdem die Möglichkeit, die Welpen in der wichtigen Prägungsphase ihres Lebens, in die Käuferfamilie abgeben zu können.

Wir dürfen nicht vergessen, dass eine Welpenabgabe um so schwieriger wird, je älter die Welpen beim Züchter werden. Außerdem läßt sich nicht von der Hand weisen, dass auch die Eingewöhnung eines ‚älteren Welpen‘ beim eigentlichen Welpenkäufer, sich als unverhältnismäßig mühevoll erweisen kann und zu entsprechenden Problemen in der weiteren Entwicklung des Junghundes führen könnte.

Das IRJGV/IDG-Verbandsbüro bemüht sich auch weiterhin um adäquate Antworten zu kniffligen Fragen rund um Hundehaltung, -Zucht, -Ausbildung usw., während dieser sorgenvollen Zeit.

Zusätzlich sei uns der Hinweis erlaubt, dass sich mögliche, tiefgreifende Änderungen leider jederzeit ergeben könnten, falls weitere, behördliche Maßnahmen beschlossen werden – was derzeit stündlich geschehen kann.

Wir bleiben dran – sind natürlich auch jederzeit dankbar für Ihre eigenen Erfahrungsberichte und Tips zum Thema „Welpenverkauf in Zeiten von Corona“.

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