01.06.2008 00:00 Alter: 12 Jahre
Category: Zucht und Aufzucht

Die Eklampsie

ausgeprägte Form betrifft vornehmlich kleine Rassen!

Yorkshire-Terrier-Hündin mit Wurf, Foto:©grasser/pixelio.de
Yorkshire-Terrier-Hündin mit Wurf, Foto:©grasser/pixelio.de

Eine häufig auftretende Erkrankung, in der Zeit des Puerperiums (Nachgeburtsphase) und während der Säugeperiode der Hündin, ist die Eklampsie der säugenden Hündin.
Allgemein versteht man unter „Eklampsie“ akut verlaufende Krankheitszustände, die durch anfallsweises Auftreten von tonisch-klonischen (andauernden und zuckenden) Krämpfen mit Störungen des Bewußtseins gekennzeichnet sind. In ihrer eigentlichen Form kommt die Eklampsie nur beim Menschen als Schwangerschafts, Geburts- oder puerperale Eklampsie vor.

Außerdem wird zur Eklampsie auch die Erkrankung säugender Hündinnen gerechnet, die mit ähnlichen Symptomen verläuft.
Sie ist sicher eine sehr bedeutende Erkrankung der Hündin in der Nachgeburtsperiode, die durch den vorzeitigen Absatz der Welpen die Welpenaufzucht gefährden kann. Das erschütternde Bild der Eklampsieerkrankung kann den Züchter veranlassen, auf ein weiteres Decken der Hündin zu verzichten, obwohl es sich gerade um ein züchterisch wertvolles Tier handeln kann.

Die Eklampsie der Hündin tritt in 85% der Fälle in der Säugezeit auf, selten vor der Geburt, wobei kleine Rassen besonders gefährdet sind. Die Geburtenzahl, Größe des Wurfes, sind von untergeordneter Bedeutung. Die Eklampsiebereitschaft nimmt mit zunehmendem Alter sogar ab.
Die ausgeprägte Form der Eklampsie tritt hauptsächlich bei kleinen Rassen auf, während bei Hündinnen der großen Rassen subklinische Erscheinungsformen beobachtet werden.

Die Symptome der subklinischen Formen sind weniger auffällig und zeigen sich in erhöhter Atemfrequenz und Atmen mit offenem Fang (das sogenannte Hecheln), auch bei verhältnismäßig kühler Temperatur. Auch Juckreiz wird beobachtet, Muskelzittern tritt meistens auf, sowie ein abwesender, verstörter Blick mit stark erweiterten Pupillen, kann oft festgestellt werden.
Bei der schweren, ausgeprägten Form tritt ein tonisch-klonischer Krampf, meist der gesamten Muskulatur ein. Sie beginnt mit Unruhe der Hündin, feinem, fiebrillärem Muskelzittern und Zuckungen, gefolgt von Lähmungen der Nachhand mit sägebockartiger Haltung der Extremitäten.
In schweren Fällen ist auch die Kaumuskulatur sehr lebhaft mit schaumigem Speichelfluß; sogar Zungenbiß kann eintreten. Der Atem ist keuchend, hechelnd, fliegend, die Körpertemperatur erhöht und kann 42 Grad übersteigen. Der Puls ist stark beschleunigt, schwach und meist nicht zu fühlen.
Die bekannte Ursache der Eklampsie ist ein hochgradiger Kalziummangel, entstanden durch die hohe Milchproduktion während der Säugezeit. Da die Milch einen hohen Kalziumgehalt besitzt (0,32 g/100 ml) und sie täglich dem Muttertier durch den Saugakt entzogen wird, kann ein hohes Kalziumdefizit im Körper des Muttertieres entstehen, das zur Auslösung einer Tetanie führt.

Ein weiterer, sehr bedeutender Umstand, ist die ungünstige Einwirkung von Urin im Stuhl, die die Hündin bis zum Ende der dritten Woche von den Welpen konsumiert. Um dem wirksam vorzubeugen und bei den Welpen das Harnlassen zu erreichen, sollte man mit einem warmen, angefeuchteten Finger, den Welpen über das Bäuchlein streicheln. Die Welpen reagieren darauf bald mit Harn- und Kotausscheidung.
Auch eine Spulwurminvasion bei den Welpen wird mit dem Entstehen der Eklampsie in Zusammenhang gebracht. Deswegen ist auch rechtzeitige Entwurmung von größter Wichtigkeit.

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