02.03.2022 09:13 Alter: 207 Tage
Category: Hundesport

Start in die Agility-Saison

Neustart nach der Corona-Pause

Fehler sind bereits in der Vorbereitung auf ein Turnier möglich – nicht nur beim Wettbewerb auf dem Platz! Foto:©K.Wengelnik
Fehler sind bereits in der Vorbereitung auf ein Turnier möglich – nicht nur beim Wettbewerb auf dem Platz! Foto:©K.Wengelnik

Nachdem in den zurückliegenden zwei Jahren, aufgrund der Corona-Pandemie, kaum Agility-Turniere in der gewohnten Form möglich waren, hoffen wir auf eine erfolgreiche Saison 2022. Auch wenn uns klar ist, dass auf den diesjährigen Turnieren noch erhebliche, coronabedingte Einschränkungen notwendig sein werden, freuen wir uns schon sehr auf den fairen, sportlichen Vergleich unter Hundefreunden!

Nur noch kurze Zeit und die IRJGV-Agility-Saison 2022 startet mit den Turnieren in den einzelnen Regionen:   

- Region Süd, in Waldstetten, am 21. Mail   
- Region Mitte, in Eschborn, am 8. Mail   
- Region West, in Versmold, am 30. Aprill   
- Region Nord-West, in Duisburg-Oestrum, am 15. Mail   
- Region Nord, in Bremervörde, am 8. Mai

Bis dahin müssen Veranstalter und Hundeführer noch einiges erledigen, um nach der langen Corona-Zwangspause, nichts zu vergessen und keinen Fehlstart in die neue Agility-Saison hinzulegen.

Vorbereitungen des Starters

Impfschutz

Zunächst einmal den Impfschutz des Hundes überprüfen. Jeder Hund muss folgende gültige Impfungen haben: T = Tollwut; S = Staupe; P = Parvovirose; H = Hepatitis; L = Leptospirose (Achtung nur ein Jahr gültig); Pi = Zwingerhusten.

Dieses müssen durch die jeweilige Agility-Gruppenleitung des Starter-Teams überprüft werden, da die Agility-Gruppenleitung gegenüber dem Veranstalter die Verantwortung trägt.

Prüfungen

Selbstverständlich ist ein Turnier-Start nur möglich, wenn der Hund die notwendigen Prüfungen erfolgreich abgelegt hat. Zwei A1-Prüfungen mit den Noten „sehr gut“ oder „vorzüglich“ sind dazu notwendig.

Die Prüfungen sind nur möglich für Hunde, die absolut gesund sind, das dafür notwendige Mindestalter erreicht haben und deren Hundeführer Mitglied im IRJGV/IDG ist. Diese Prüfungen können bei einem der Agility-Richter des IRJGV abgelegt werden. Auch hier ist eine Anmeldung über die Agility-Gruppenleitung mit einer Meldefrist von 14 Tagen verbunden.

Anmeldung

Zu beachten ist zudem das spätestens 14 Tage vor dem Turnier beim Veranstalter die Starterliste vorliegen muß. Diese finden Sie als Exceldatei (zum Download) unter: www.irjgv-oestrum.de/informiert.html

Liegt die ausgefüllte Starterliste nicht spätestens 14 Tage vor dem Prüfungs-/Turniertermin der ausrichtenden Gruppe vor, gilt der Meldeschluß als verpaßt und die Gruppe muß nicht mehr zum Turnier zugelassen zu werden.

Die Starterliste kann aber nicht vom Starter selbst zur Meldestelle geschickt werden, dieses muß über die Agility-Gruppenleitung, der der Starter angehört, verschickt werden.

Die Starterliste muß folgende Infos enthalten:

  • Prüfungs-/Turniertermin
  • Veranstalter und Veranstaltungsort
  • Name des Hundes
  • Hunderasse
  • ggf. Name der Mannschaft

Somit reicht es nicht, daß der Starter 14 Tage vor Meldeschluß seiner Gruppenführung Bescheid gibt, ob er starten will oder nicht. Die Agility-Gruppenleitung muß alle Starter seiner Gruppe zusammentragen und auf der Starterliste den Namen, die Gruppe für die er meldet und eine Telefonnummer für Rückfragen hinzufügen und diese dann per Mail an die veranstaltende Gruppe verschicken.

Nachdem die Starterliste verschickt wurde, sollte die Meldestelle (Veranstalter) eine Empfangsmail versenden, damit auch klar ist, daß die Mail angekommen ist.

Bitte sprechen Sie mit Ihrer Gruppenleitung, bis wann Ihre Daten dort vorliegen müssen.

Am Tag der Prüfung/Turnier muß die Agilitygruppenleitung neben den Impfpässen auch die unterschriebene Agilityanmeldung und Teilnahmebedingungen an der Meldestelle des Veranstalters abgeben. Liegen diese Unterlagen nicht vor, könnte unter Umständen die Teilnahme an der Prüfung/Turnier nicht möglich sein.

Bei den Agilityanmeldungen ist etliches zu beachten:

Mini oder Maxi Hund Bei an offiziellen IRJGV-Turnieren teilnehmenden MINI-Hunden, wird einmalig (spätestens vor dem ersten Start) von zwei Agility-Richtern, die Risthöhe festgestellt. Ist der Hund kleiner als 43 cm, so kann er in der Mini-Klasse starten. Die Richter bestätigen diese Messung schriftlich mit Datum und Unterschrift auf einem Aufkleber, der in den Begleithunde- Pass eingeklebt wird.

  • Größe in cm
  • Rufname des Hundes
  • Hündin/Rüde
  • Rasse
  • Chip-/Täto-Nummer
  • ggf. Mannschaft
  • Name des Hundeführers
  • PLZ/Wohnort
  • Straße
  • Telefonnummer
  • IRJGV/IDG-Mitgliedsnummer – Hier ist zu beachten, dass Minderjährige ab 16 Jahren Mitglied im Verband sein müssen
  • BGVP-Pass-Nummer
  • Unterschrift für die Richtigkeit der Daten – Bei Minderjährigen Unterschrift des Erziehungsberechtigten

Bei der Vielzahl an Daten, ist es dem jeweiligen Agility-Gruppenleiter nicht möglich, am Prüfung-/Turniertag diese einzutragen. Daher sollten die dafür zuständigen Personen frühzeitig beginnen diese Daten zusammenzutragen und zudokumentieren. Es können bis zu vier Meldungen auf einen Anmeldebogen zusammengefaßt werden.

Auch hier gilt, dass nicht der Starter melden darf, sondern nur die Agility-Gruppenleitung (keine Einzelmeldungen).

Zubehör

Sind die formellen Hürden genommen, so kann die persönliche Vorbereitung auf das erste Cup-Turnier in der Region beginnen.

Bewegung und Spaß mit dem Hund, das zeichnet den Hundesport "Agility" aus. Aktiv sein mit dem Hund, heißt sich mit ihm zu befassen und auf ihn einzugehen. Er soll auf spielerische Art ud Weise den Agility-Sport lernen und mit Freunde das tun, was von ihm verlangt wird. Foto:©K.Wengelnik
Bewegung und Spaß mit dem Hund, das zeichnet den Hundesport "Agility" aus. Aktiv sein mit dem Hund, heißt sich mit ihm zu befassen und auf ihn einzugehen. Er soll auf spielerische Art ud Weise den Agility-Sport lernen und mit Freunde das tun, was von ihm verlangt wird. Foto:©K.Wengelnik

Was brauche ich für den Turniertag?

Für den Hund:

  • Box und/oder Decke
  • Leckerlis, Spielzeug
  • Handtuch
  • Wasser
  • ggf. sein Futter
  • Agility-Leine
  • Spazierleine (nicht überall ist Freilauf erlaubt!)
  • Kotbeutel
  • BGVP- und Impfpass

Für mich und die Familie/Begleitung:

  • Sitzgelegenheit (Stuhl)
  • Wetterschutz im Form eines Schirmes oder Zelts
  • wetterfeste Kleidung
  • Wechselsachen
  • Vernünftiges Schuhwerk
  • Handtuch
  • Erstvorrat zum Trinken und Essen
  • ggf. Aschenbecher

Anreise

Wie komme ich zu dem Turnier? Hier ist eine sinnvolle Sache, Fahrgemeinschaften zu bilden. Das spart Geld, schont die Umwelt und macht mehr Spaß, als allein zu fahren. Aber, ob allein oder zu zweit, auf jeden Fall sollte man rechtzeitig losfahren. Rechtzeitiges Losfahren heißt: 1,5 Stunden VOR Parcourbegehung vor Ort zu sein.

Wo findet das Turnier statt? Nicht immer werden die Platzadressen vom Veranstalter in der Ausschreibung präzise angegeben, so daß sie in unseren Verbandszeitschriften und auf der Homepage des Hauptverbandes entsprechend ausgeschrieben werden können. Ist die Adresse nicht eindeutig, sollte man sich auf den entsprechenden Homepages der Veranstalter im Vorfeld belesen und wenn nötig Kontakt aufnehmen.

Vorbereitungen des Veranstalters

Im Vorfeld

Auch der Veranstalter sollte alles mögliche tun, um Fehler zu vermeiden. Und das geht los mit einer konkreten Ausschreibung in unserer Verbandszeitschrift (es werden immer wieder Mailadressen angeben, die nicht stimmen oder Ausschreibungen ohne genaue Adressangaben des Turnier-Platzes). Musterausschreibungen können beim IRJGV-Agility-Beauftragen erfragt werden.

Kommen dann die Starterlisten per Mail beim Veranstalter an, so ist es nicht nur eine Geste der Höflichkeit die Mail zu bestätigen, sondern auch notwendig dem Absender mitzuteilen, dass alles in Ordnung ist. Denn es kommt immer wieder vor, dass Mails nicht ankommen. Und wenn Starter nicht gemeldet sind, hat der Veranstalter am Tag der Veranstaltung ein großes Problem. Er muß Starternummern neu vergeben, Urkunden nachdrucken und hat unter Umständen zu wenig Präsente.

Gerade in Corona-Zeiten muss sich der Veranstalter Vorfeld zwingend mit der Kommune bzw. den zuständigen Behörden in Verbindung setzen, um die tagesaktuellen Corona-Schutzverordnung zu erfragen und diese auch entsprechend umsetzen zu können!

Ein klassischer Fehler ist es auch, mit einem veralteten Auswertungsprogamm zu arbeiten, das hin und wieder zu Problemen führte und nicht so bedienerfreundlich ist, wie das aktuelle.

Das IRJGV-Agility-Auswertungsprogramm kann beim IRJGV-Agility-Beauftragten, Ingo Bursch (info(at)bursch.com) angefordert werden.

Eine weitere Aufgabe für den Veranstalter ist eine frühzeitige Ausschilderung zum Turnier-Platz. Das heißt, am Vormittag des Turniervortages sollte die Ausschilderung erfolgen, denn:

  • am Nachmittag vor dem Turniertag finden in der Regel Prüfungen statt und
  • es reisen immer mehr Starter einen Tag vor dem Turnier an und übernachten am Turnierort.

Auf der Turnierfläche sollte der Rasen gemäht, Maulwurfhügel entfernt, Mäuselöcher o. ä. sollten geschlossen und Unebenheiten ausgeglichen sein. Man darf nicht vergessen, es wird über den Rasen gerannt und die Unfallgefahr für Hund und Mensch ist einfach zu groß, wenn keine „Sportrasenfläche” vorhanden ist.

Zudem muß der Parcours abgesteckt sein und auch hier ist Augenmaß gefragt. Der Parcours sollte so angelegt sein, daß es genügend Platz für Zuschauer und Starter gibt; auch ein Aufwärmbereich (Einspring-Platz) sollte vorhanden sein.

Am Turniertag

Am Turniertag sollte der Platz frühzeitig geöffnet sein. Vermeiden Sie, daß Starter vor verschlossenen Türen stehen. Die Starter sind zum Teil schon seit Stunden unterwegs und freuen sich auf eine Tasse Kaffee und ein belegtes Brötchen.

Auch die Anmeldung sollte rechtzeitig mit fachkundigen Helfern besetzt sein, damit die Starter früh wissen, welche Startnummer sie haben und die Parcours-Begehung pünktlich starten kann.

Hierfür ist aber notwendig, daß der Parcours bereits aufgebaut ist. Dafür werden nicht nur die Geräte benötigt, sondern auch die eingeteilten Parcourshelfer. Sie müssen frühzeitig zur Stelle sein.

So dann kann es mit den Parcours-Begehungen losgehen und hoffentlich legt keiner einen „Fehlstart” hin.

Aber trotz noch so penibler Planung und Vorbereitung kann es immer einmal zu einer „Panne” kommen. Halb so schlimm, wir sind doch alle vernünftige Menschen. und schließlich lautet doch unser Moto: „Hundefreunde sind nette Menschen”.

Autor: Ingo Bursch

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