07.12.2021 14:05 Alter: 51 Tage
Category: Hund & Mensch

Was liegt da unter'm Weihnachtsbaum

Alle Jahre wieder… werden Tiere zu Weihnachten verschenkt!

Lebende Tiere sind kein Weihnachtsgeschenk! Und trotzdem liegen viele jedes Jahr unterm Weihnachtsbaum. Foto:©clipdealer.de
Lebende Tiere sind kein Weihnachtsgeschenk! Und trotzdem liegen viele jedes Jahr unterm Weihnachtsbaum. Foto:©clipdealer.de

Lebende Tiere verschenken zu wollen, kann als TABU bezeichnet werden. Ein Versuch, die Situation zu beschreiben und weshalb Schenken eine Kunst ist.

In vielen Familien herrscht oft Ratlosigkeit darüber, mit welcher Überraschung der Partner/die Kinder zum Weihnachtsfest beschert werden sollen. Oder, der letztjährigen Luxusartikel war man offenbar schnell überdrüssig geworden – die diesjährige Suche nach DEM Topgeschenk beginnt. Was läge also ‘näher’, als einen Vierbeiner anzuschaffen, der dieser Inhaltslosigkeit materieller Aufmerksamkeiten entgegenwirkt? 

DIE Idee scheint geboren. Alleine die Vorstellung, wie rührend-niedlich der Weihnachtsabend verlaufen wird, wenn ein tapsig-drolliger Welpe zwischen Päckchen, Schleifchen, Glöckchen, Sternchen und Firlefanz hervortrippelt und die apatische Familie von der Mattscheibe fernhält… Einfach unbezahlbar!

Und hier sind wir schon – beim Tabugeschenk! Zugegeben: Hat sich eine Familie, mit einem möglichen Hundekauf (gilt auch für Katze, Fisch, Reptilien, Kaninchen, Sittich & Co.) intensiv beschäftigt, spricht die weihnachtliche Geschenkezeit nicht grundsätzlich dagegen, den gemeinsam, verantwortungsbewußt, beschlossenen Familienwunsch endlich wahr werden zu lassen.

ABER: Ein lebendes Tier darf nicht spontan, überraschend, bzw. gar unvorbereitet angeschafft oder verschenkt werden.

Gehen wir also „dem Hund auf den Grund“:

Wenn auch Sie zu den Menschen gehören, die überhaupt nicht begreifen können, dass Tiere wenige Tage nach dem Weihnachtstrubel im Tierheim landen, weil „die Beschenkten die Schnauze voll haben“, vom Saubermachen, Füttern, Gassigehen, Haaren in der Wohnung, Erziehen..., weil das Weihnachtsgeschenk bellt, wimmert, riecht, kratzt, schnüffelt – einfach der „Abstellknopf des Fellknäuels“ nicht gefunden werden kann – dann werden Sie ebenso den Kopf darüber schütteln, dass die vorgenannte (überspitzt dargestellte) Begriffsfolge in der Tat häufig als Erklärungsversuch des weihnachtlichen Fehlkaufs genannt wird.

Ein Hund ist ein HUND -kein menschlicher Partner- oder Kindersatz

Das TIER ist zu respektieren und muss als solches wahrgenommen werden. Ein Tier, das Gefühle und artspezifische, bzw. rassespezifische Bedürfnisse hat, dem der Mensch, seine Familie, gerecht zu sein hat.

Eine wichtige Punkteliste, wer, wann und wie geeignet ist für eine Hundehaltung – oder eben nicht:

  • Sind in der zu erwartenden Lebenszeit eines Hundes – sowohl die räumlichen, zeitlichen, als auch finanziellen Mittel vorhanden, um einen Hund nach seinen Bedürfnissen zu halten?
  • Gibt es ein Haus mit/ohne Garten (eingezäunt – oder nicht)?
  • Mietwohnung/Eigentümerwohnung? Ist Hundehaltung durch Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft erlaubt? Gibt es eventuell ein “Größenlimit”?
  • Freizeit/Urlaub: Ist genügend Freizeit für einen Hund vorhanden? Wo liegen die Urlaubsziele? Kann ein Hund ungehindert mitreisen, bzw. kann er zwischenzeitlich durch verlässliche Menschen versorgt werden?
  • Finanzen/Beruf: Sind die laufenden Unterhaltskosten (Fütterungs-/Tierarzt-/ Versicherungskosten, Hundesteuer, Pflegeartikel, Ausbildung, Ferienbetreuung usw.) für die kommenden etwa 15 Jahre gesichert?
  • Muss der Hund (z.B. beruflich bedingt) täglich mehrere Stunden alleine gelassen werden (gibt es geeignete Betreuungspersonen für diese Zeit)?
  • Familienplanung: Gehören Kleinkinder, Kinder im Schulalter oder Jugendliche zur Familie? Werden sie in die Entscheidungen mit einbezogen? Ein Hund gehört immer der gesamten Familie; die Familie muss sich auch gemeinsam um einen Hund kümmern, wobei natürlicherweise der größte Teil der Aufgaben durch die Eltern zu leisten ist.
  • Haben alle Familienmitglieder FÜR einen Hund gestimmt, oder gibt es Vorbehalte?

Wenn keine Einigkeit herrscht (Hund ja/nein, Rassehund/Mischling, Pflichtenaufteilung), ist der Zeitpunkt für einen Hundekauf NICHT gekommen – und damit ist natürlich auch der Traum von der „besonderen Weihnachtsüberraschung“ geplatzt! 

»