Geschichte

Der Internationale Dackelclub Gergweis e.V. ist 50 Jahre alt!

Was sind schon 50 Jahre...?
… für eine Freundschaft zu einem besonderen Hund! Foto: ©Meincke

Und er hat seine besondere Geschichte in der Entstehung und in seiner Entwicklung. Erzählen wir ein wenig davon und erinnern uns gemeinsam an Persönlichkeiten des IDG, ohne die es den Verein gar nicht geben würde – und, natürlich an DEN Hund, der sie damals zusammenführte und uns auch heute noch in besonderer Freundschaft verbindet: DEN DACKEL.

In der Chronik des IDG findet sich erwähnt, daß die eigentliche Gründungsversammlung im Juli 1959 stattfand und die erste Generalversammlung 1960 die Eintragung in das Vereinsregister beschloß. Diese Registereintragung erfolgte am 12.12.1960.
Die ersten Dackel-Sonderschauen wurden in den bereits angeschlossenen Landesgruppen Saar-Pfalz, Waterkant und in der Schweiz durchgeführt. Es folgten neue LG-Gründungen, nämlich Bremen-Niedersachsen, Hamburg und Bayern.

Stürmische Jahre waren der noch jungen Organisation beschert. Der damals allein dominierende Teckelclub hatte mit allen Mitteln versucht, die Gründung zu verhindern und sogar gerichtliche Schritte eingeleitet. Die „Macht der Presse“ tat auch damals bereits ihr übriges dazu.
Doch es waren allein die Dackel-Freunde, die sich für den IDG entschieden und aus kleinsten Anfängen eine große, weltweite, „verdackelte Gemeinschaft“ werden ließen.

Hans Fürst, seit der Gründung 1. Vorsitzender (bis 1999) und später Ehrenvorsitzender bis zu seinem Ableben, brachte ab 1964 die Vereinszeitschrift „Unsere Dackel – unsere Freunde“ heraus. Die erste Auflage betrug 2.500 Exemplare, mit 38 Seiten Umfang und in A5-Größe. Der Jahresbeitrag betrug bei der Gründung DM 6,–.
Die Erfolgsgeschichte des Dackelclubs war spätestens ab diesem Zeitpunkt nicht mehr aufzuhalten.

In den ersten 25 Jahren wuchs die Organisation auf rund 300 bundesweit geführte Gruppen an, viele tausende Veranstaltungen, darunter jagdliche Prüfungen, später Begleithunde-Prüfungen, Gruppenabende und gesellschaftliche Veranstaltungen prägten die Aktivitäten des auf über 40.000 Mitglieder angewachsenen Vereins.
Keiner Rasse in Deutschland ist es über einen so langen Zeitraum hinweg mehr gelungen, für sich eine derartig große Beliebtheit zu behaupten. „Modehunde“ kommen und gehen heute beinahe im 5-Jahres-Rhythmus. Nicht zuletzt deswegen, weil die Zucht und das Geschäft mit der Hundezucht heute rücksichtsloser denn je geführt werden.
Gegen modische, extravagante und extreme Modeerscheinungen hat sich der IDG immer zu wehren gewußt und damit – bis heute – entscheidend zur langen Erfolgsgeschichte des Dackels beigetragen. „Kaninchenteckel“ (bis 3 kg) oder „Pibaltfarben“ (dreifarbige Exemplare) sind im Dackelclub Gergweis nicht vertreten.

Der IDG bot Freundschaft und erntete Freundschaft. Daraus erwuchs die selbst-verständliche Verpflichtung, den Dackel vor „modischen“ und geschäftstüchtigen Einflüssen zu schützen. Rein gar nichts hat sich an diesem Prinzip verändert – weil Menschen damals, wie heute, immer auf der Suche nach dem „besonderen“ sind, um es möglichst lukrativ zu vermarkten. Am Gründungsort in Gergweis veranstaltete der Dackelclub wiederkehrend die größten Dackel-Ausstellungen weltweit – bis 1.500 Dackel trafen sich traditionell an den Pfingsttagen in Gergweis. Das gab es nirgendwo anders.
Unvergessen und untrennbar verbunden ist der IDG mit dem Namen Kathi Dorfmeister. Sie prägte sogar ihren Heimatort mit dem Namen „Dackeldorf Gergweis“. Angefacht durch ihre berühmte Dackelzucht und ihrem damit verbundenen bekannten Namen, verschufen sich Wissenschaftler, Tiermediziner und Kynologen, wertvolle Informationen durch ihren großen, praktischen Erfahrungsschatz. Daß vorbeugende Schutzimpfungen entwickelt und viele Fragen der Ernährung, der Futterhygiene und Desinfektion in der Hundezucht erfolgreich ausgewertet werden konnten, war vor allem der Zusammenarbeit mit der engagierten Züchterin zu verdanken.

Zehn Jahre, nachdem der Int.Dackelclub Gergweis aus der „Taufe“ gehoben wurde, entstand unter gleicher Führung, eine zweite Organisation, der Int.Rasse-Jagd-Gebrauchshunde-Verband e.V., um sich von nun an um die Belange aller Hunderassen annehmen zu können. Die bereits gebildeten Strukturen des IDG ließen sich fortan mit Mitarbeitern erweitern, die -nach dem Vorbild des Dackelclubs- Informationsveranstaltungen, Clubabende, Zucht- und Sonderschauen usw. für Hundefreunde jeder „Coleur“ anbieten konnten.
Zudem wurde in Pörndorf, dem Sitz der Hauptgeschäftsstelle, seit Beginn der 70er Jahre, das eigene Zuchtbuch für den IDG und IRJGV geführt. Ahnentafeln, Zeitschrift, Verbandsführung, Organisation von Verbandsveranstaltungen – und zwar für alle Rassen – erfolgen seither vom „Dreh- und Angelpunkt“ in Pörndorf. Hier entstand zum damaligen Zeitpunkt weiterhin die deutschlandweit modernste Kunstbauanlage, nach früher geltenden tierschutzgerechten Richtlinien. Ähnliche Nachbauten erfolgten in vielen der angeschlossenen Landesgruppen, die über viele Jahre hinweg betrieben wurden. Als anfangs der 80er Jahre ein Umdenken in der Hundehaltung und -ausbildung erfolgte, war es nun der IRJGV, der bereits 1982 die erste Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den familiengerechten Begleithund entwickelte und bundesweit jedem Hundehalter anbieten konnte. Hatten anfänglich die „Schutzhund-Fanatiker“ nur ein „mildes Lächeln“ für diese Familienhunde-Ausbildung übrig, so wurden sie in den vergangenen Jahren von der Realität eingeholt.

Der Int. Dackelclub Gergweis. 50jährige Tradition und Neuzeit gehen Hand in Hand. Eine Erfolgsgeschichte, die ihre Weiterführung auch in den künftigen Jahrzehnten finden wird.